Madrid - Trainer Bernd Schuster hat mit Real Madrid den ersten Titel verspielt. Der spanische Fußball-Rekordmeister erlitt im Rückspiel des Supercups gegen den Pokalsieger FC Sevilla eine bittere 3:5-Niederlage.
Die Königlichen hatten bereits das Hinspiel in Sevilla mit 0:1 verloren. Schusters Premiere als Real-Trainer im heimischen Bernabéu-Stadion endete, wie Marca befand, in einem Fiasko von historischen Ausmaßen. Das Sportblatt erinnerte daran, dass die Madrilenen zuletzt vor fünf Jahren im eigenen Stadion fünf Gegentreffer kassiert hatten, damals gegen RCD Mallorca. Der FC Sevilla hatte bis zu seinem Triumph nur ein einziges Mal fünf Treffer im Bernabéu-Stadion erzielt - und das liegt 64 Jahre zurück.
Die Ex-Bundesligaprofis Christoph Metzelder (Real) und Andreas Hinkel (Sevilla) kamen nicht zum Einsatz. Der frühere Dortmunder wie auch der Ex-Stuttgarter waren von ihren Trainern nicht einmal als Ersatzspieler nominiert worden.
Der FC Sevilla, bis vor kurzem eher eine kleine Nummer im spanischen Fußball, brachte das Kunststück fertig, in 15 Monaten fünf Titel zu gewinnen: zwei Mal den UEFA-Pokal sowie den europäischen Supercup, den Landespokal und jetzt den spanischen Supercup. Sevilla verschlingt Real, titelte die Zeitung El País.
Schuster sieht sich knapp eine Woche vor Saisonbeginn in der Primera División heftiger Kritik und vereinzelt sogar bitterem Hohn ausgesetzt. Der Kolumnist Miguel Serrano spottete: Der Trainer versprach einen spektakulären Fußball, und das Publikum bekam acht Tore zu sehen. Schade nur, dass fünf für den Gegner waren.
Renato (17./32. Minute) brachte Sevilla zwei Mal in Führung, der Niederländer Royston Drenthe (24.) glich zwischenzeitlich für Real aus. Drei Tore des Maliers Frédéric Kanouté (37./81./90.) machten den Cup-Sieg der Sevillaner perfekt. Fabio Cannavaro (44.) und Sergio Ramos (78.) hatten für Real zwar zum 3:3 ausgeglichen, aber die Hoffnungen der Fans auf einen Cupsieg währten nur wenige Minuten.
Die Schnitzer in unserer Abwehr machen mir keine Sorgen, sagte Schuster. Viel schlimmer ist, dass wir kaum Chancen herausspielen. Die Kritiker legten Don Bernardo vor allem zur Last, dass er den Spielmacher Guti, der in den Testspielen als der mit Abstand beste Madrilene geglänzt hatte, aus der Stammelf nahm. Der Coach hatte den seit Monaten formschwachen Kapitän Raúl nicht auf die Ersatzbank setzen wollen. Dafür sollte man Schuster den Trainerschein abnehmen, schimpfte Serrano.
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