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Nach Kahn-Kritik: Klinsmann zeigt Verständnis | 2006-06-26


Berlin - Bundestrainer Jürgen Klinsmann hat Verständnis für die jüngste Kritik von Ersatztorhüter Oliver Kahn gezeigt. Ich habe gar kein Problem damit, dass er sich nach wie vor als Nummer 1 fühlt und der festen Überzeugung ist, dass er bei dieser WM spielen müsste, sagte er.

Kahn hatte sich in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Spiegel beklagt, dass es nie eine Erklärung für die Zurückversetzung zur Nummer 2 gegeben habe. Er habe Klinsmann deutlich gesagt, dass ich das nie nachvollziehen und verstehen werde, warum ich nicht mehr die Nummer 1 bin.

Von Tag für Tag wird es für den 37 Jahre alten Torhüter des FC Bayern München, der vor vier Jahren in Asien noch zum besten Spieler der WM gekürt worden war, schwerer, die harte Rolle des Ersatzmannes zu akzeptieren. Ich leide mit ihm, sagte sein früherer Trainer Ottmar Hitzfeld im TV-Sender Premiere. Er wundere sich, wie gut er alles wegsteckt. So ein Achtelfinale gegen Schweden ist Wahnsinn für Oliver, plötzlich bricht alles auf ihn ein. Er merkt jetzt, dass er nur eine Randfigur ist und nicht mehr im Mittelpunkt steht, erläuterte Hitzfeld.

Auch Klinsmann weiß um die harte Zeit des von ihm zur Nummer 2 degradierten Kahn. Für Oliver ist es schwer, diese Rolle zu akzeptieren, erklärte Klinsmann und lobte den Auftritt des Torwarts. Seine Rolle, die er ausfüllt, ist von großer Wichtigkeit und großer Professionalität. Wie er den Spielern hilft und sie motiviert. Wie er sich als Mensch und als Persönlichkeit einbringt. Je weiter wir kommen, desto größer ist der Anteil von Oliver Kahn, betonte der Bundestrainer vor dem Viertelfinale gegen Argentinien.

Vor allem die Zeit nach dem Schlusspfiff ist für Kahn bitter. So schlich er nach dem 2:0 im Achtelfinale gegen Schweden ohne Klinsmann anzublicken als Erster in die Kabine, leiden muss er aber schon vor Spielbeginn. Der Weg zur Bank war jedes Mal ein schwerer Gang. Ich beobachte das Spiel, versuche mir über das Sportliche ein Bild zu machen und verschwinde hinterher so schnell wie möglich in die Kabine, schilderte der Torwart, der während des Spiels oft regungslos auf der Ersatzbank sitzt. Er sagte aber auch: Ich weiß, wie sehr ich mich für die Jungs freue. Und das ist das Wichtigste.


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