Rom - Mit Pauken und Trompeten haben die Italiener den glücklichen Sieg ihrer Nationalelf gegen Australien gefeiert. Nach dem Elfmeter in letzter Minute, den Francesco Totti treffsicher verwandelte, war in vielen Bars und Cafés ein Aufschrei zu hören.
Zahlreiche Fans liefen auf die Straße, spontan bildeten sich laut hupende Autokorsos. Die meisten Vespa-Fahrer kurvten mit der italienischen Nationalflagge durch die Straßen. Mamma mia, da haben wir aber Glück gehabt!, meinte ein römischer Tifoso.
Zahlreiche Italiener hatten das Spiel erneut auf Großleinwänden auf der Piazza oder in Kneipen verfolgt. War das knapp!, hieß es allerorts. Die meisten Fans waren sich einig, dass Torwart Gianluigi Buffon der beste Mann des italienischen Teams war. Gigi! Gigi!, riefen sie immer wieder seinen Spitznamen. Touristen beobachteten das Spektakel in Rom und anderen Städten unterdessen schmunzelnd. Viele zückten ihre Digitalkameras, um die Feier des Einzugs der Italiener ins Viertelfinale festzuhalten.
In zahlreichen deutschen Städten feierten italienische Tifosi mit den traditionellen Autokorsos den glücklichen Einzug ihres Teams in das WM-Viertelfinale. In Berlin, Nürnberg, Hamburg, am Spielort Kaiserslautern, in Stuttgart und in anderen Städten machten Italiener mit Hupkonzerten und wildem Fahnenschwenken ihrer Freude Luft. Allerdings starteten die Autokorsos erst mit einiger Verzögerung, nachdem Francesco Totti in der Nachspielzeit mit seinem Elfmetertor die Australier mit 1:0 bezwungen hatte.
Hunderte australische Fans stimmten dagegen in ihrer Münchner Kultkneipe Ned Kellys ein kollektives Fluchen über den ihrer Ansicht nach unberechtigten Elfmeter in der Nachspielzeit an.
In Berlin kamen zunächst nur etwa 50 Autofahrer zusammen, die am Breitscheidplatz in der westlichen Innenstadt die Tauentzienstraße hoch und runter fuhren. Mehrere hundert italienische Fans feierten auf den Gehwegen des Boulevards kräftig mit. Aber so richtig überschäumend war die Stimmung hier nicht. Vielen war der Schreck über das schwache Spiel offenbar in die Glieder gefahren, andere konnten ihr Glück kaum fassen. In Berlin leben etwa 12 000 Italiener.
In Stuttgart, wo rund 14 500 Italiener offiziell mit Wohnsitz leben, hatten rund 10 000 Fans sich die Partie auf dem Schlossplatz angesehen. Die Polizei sprach nach den Krawallen vom Wochenende mit zahlreichen über die Stränge schlagenden Engländern von friedlichen Anhängern. Viele Italiener zogen nach dem glücklichen Erfolg mit Fahnen, Tröten und Pfeifen durch die Innenstadt. Auch in Stuttgart bildete sich ein Autokorso. In Hamburg versammelten sich trotz grauer Wolken und eines Regenschauers etwa 5000 Fans auf dem Feierplatz amMillerntor.
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