Köln - Nach dem Aus im WM-Achtelfinale gegen die Ukraine äußert sich der schweizer Abwehrspieler Ludovic Magnin über das Abschneiden seines Teams und die Erfolgs-Aussichten für die EM 2008 in Österreich und der Schweiz.
dpa: Sieht man vom heutigen Auftritt ab, hat die Schweiz bei der WM für positive Schlagzeilen gesorgt. Wie fällt Ihr Fazit aus?
Magnin: Unmittelbar nach so einem Spiel ist die Enttäuschung natürlich extrem groß. Wir werden erst in ein paar Wochen realisieren, was wir geleistet haben. Wir haben der ganzen Welt gezeigt, dass die Zeit der kleinen Schweizer vorbei ist, dass wir große Schweizer geworden sind. Dass man mit uns in zwei Jahren bei der EM rechnen muss. Dann kommen wir weiter als ins Achtelfinale, das ist ganz sicher. Bis dahin werden wir Elfmeterschießen üben.
dpa: Das macht Sinn. Drei Elfmeter, kein Treffer. Wie groß ist die Enttäuschung über die Schützen?
Magnin: In meinem Herzen sind diese Spieler ganz groß, und ich hoffe, dass sie in der ganzen Schweiz noch größer geworden sind. Die Elfmeterschützen waren unsere Helden. Denn man muss erst einmal den Mut haben, so einen Elfmeter zu schießen. Ohne Druck, ohne Zuschauer, ohne Müdigkeit ist es immer einfacher, einen Elfmeter zu schießen. Roberto Baggio hat auch schon einen verschossen.
dpa: Aber muss sich die Mannschaft nicht vorwerfen lassen, heute zu wenig gemacht zu haben?
Magnin: Das sehe ich ganz anders. Ich habe zwei Mannschaften mit großem Herzen gesehen, die bis zum Umfallen gekämpft haben. Es hat leider zu wenig Torchancen gegeben, weil wir uns gegenseitig neutralisiert haben. Aber man kann niemandem einen Vorwurf machen.
dpa: Wie gut ist die Basis für die EM 2008 in der Schweiz und Österreich?
Magnin: Sie ist wunderbar. Eine Mannschaft, die kein Tor bekommt, hat eine gute Basis. Wir haben sehr gute junge Spieler, die in zwei Jahren noch besser sind. Was wir behalten müssen, ist unsere Leidenschaft, unsere Solidarität, unseren Mannschaftsgeist, unsere Defensivstabilität. Wir haben gelernt, dass wir uns vor keiner Mannschaft verstecken müssen. Ich werde dann wahrscheinlich ein paar Haare weniger haben, aber so alt werde ich trotzdem nicht sein.
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