Der große Unterschied zwischen überkorrekt und perfekt und damit zwischen Unverständnis und Bewunderung liegt häufig im Fingerspitzengefühl - und dieses fehlt bei der WM leider in einigen Situationen.
Zwar verteilte der russische Schiedsrichter Iwanow im Spiel Portugal gegen Niederlande (über)korrekt seine Karten. Doch leider nicht perfekt. Mangels Fingerspitzengefühl bremste er die teils übermotivierten Einzelkämpfer mit seinen Pfiffen nicht, sondern heizte die Gemüter weiter an. Auch der Last-Second-Elfmeter von Amtskollege Cantalejo aus Spanien war nicht völlig aus der Luft gegriffen, als er damit Italien den Einzug ins Viertelfinale bescherte. Aber Bewunderung für eine faire Entscheidung? Nein, die erntete auch er nicht. Doch nicht nur die ausübenden FIFA-Kräfte auf dem Spielfeld zeigen oftmals steife Finger. Auch ihr Präsident, Joseph Blatter, hat die Samthandschuhe verlegt. Möglicherweise ist es korrekt, seine Leute (und das sind die FIFA-Schiedsrichter nun einmal) zu kritisieren. Aber in aller Öffentlichkeit mitten im Turnier?