Frankfurt/Main - Die Socceroos sind auf den Geschmack gekommen: Nach dem tollen Auftritt bei der Endrunde in Deutschland träumt der Australische Fußballverband (FFA) von einer Weltmeisterschaft im eigenen Land.
Wir sind sehr ambitioniert, die WM 2018 auszurichten. Es wäre wundervoll, sie zu bekommen, sagte FFA- Generalsekretär John ONeill in einem dpa-Gespräch. Premierminister John Howard hat bereits die Unterstützung der Regierung signalisiert. Im Prinzip unterstütze ich so ein Vorhaben, kündigte Howard an.
Noch ist nicht sicher, welcher Kontinent die Titelkämpfe in zwölf Jahren zugesprochen bekommt. Bisher hat der Weltverband FIFA nur die Vergabe bis 2014 geregelt. In vier Jahren ist Südafrika Gastgeber, 2014 soll die größte Sportveranstaltung neben Olympischen Spielen in Südamerika stattfinden. Die Weltmeisterschaft war schon überall in der Welt, aber noch nie in Ozeanien. So rechnet sich ONeill für 2018 gute Chancen aus.
Wir sind sehr gute Gastgeber. Wir haben die besten Olympischen Spiele und sehr erfolgreiche Commonwealth-Games ausgerichtet. Unsere Empfehlungsschreiben sind ausgezeichnet, sagte ONeill. Ich hoffe, das so etwas mal möglich ist. Wir haben Super-Stadien im ganzen Land, und was das allerwichtigste ist - die Leute haben erlebt, wie groß und bedeutend Fußball ist. Das wird viele Kinder und Jugendliche anstacheln, erklärte Nationaltorwart Mark Schwarzer.
Seit geraumer Zeit bewegt sich etwas in Sachen Fußball auf dem Fünften Kontinent. Zwar wandern die besten Kicker des Landes immer noch nach Europa aus, um in den dortigen Top-Ligen zu spielen. Doch die reformierte Profiliga und der mittlerweile genehmigte Eintritt der Australier in die Qualifikation der asiatischen Fußball-Föderation sind wichtige Schritte, um die Socceroos langfristig an die Weltspitze heranzuführen. Die Leistungen bei der WM mit dem Erreichen des Achtelfinals könnten dies beschleunigen.
Die Nationalmannschaft hat den Fußball daheim hoffähig gemacht und den bisher beherrschenden Sportarten Rugby, Cricket und Hockey gleichgestellt. Seit der WM-Qualifikation schwappt eine Welle der Begeisterung durch das Land, die während der WM fast schon ungeahnte Ausmaße annahm. Hunderttausende verfolgten die Spiele ihrer Lieblinge trotz Anstoßzeiten in den frühen Morgenstunden und bei winterlichen Temperaturen vor Großbildleinwänden. Millionen saßen vor den Fernsehern. Der große Gewinn war nicht nur, dass sich das Team bei der WM gegen Spitzenmannschaften so gut präsentiert hat. Das hat dazu beigetragen, den Fußball in Australien zu etablieren, sagte der scheidende Coach Guus Hiddink. Diese Begeisterung will die FFA nun nutzen.
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