Berlin - Zeit zum Durchschnaufen: In ganz Deutschland haben Fans den ersten WM-Tag ohne Fußballspiel zum Entspannen genutzt. Doch die Party geht weiter, hieß es bei den Organisatoren der Fanmeilen.
Schließlich steht die nächste Nervenschlacht bevor, wenn im Berliner Olympiastadion Deutschland gegen Argentinien zum ersten Viertelfinalspiel aufläuft.
Über die bundesweit größte Fanmeile am Brandenburger Tor in Berlin bummelten an dem fußballfreien Tag nur wenige Besucher. Viele ruhen sich heute bestimmt aus, aber das ist die Ruhe vor dem nächsten Sturm, sagte ein Senatsmitarbeiter. Am Freitag wird auf der Meile mit inzwischen neun Videowänden wieder ein starker Andrang der Fanmassen zum Deutschland-Spiel erwartet. Dann soll spätestens die Besuchermarke von insgesamt fünf Millionen überschritten werden.
In Hannover kehrten nach einer Welle der WM-Euphorie erstmals Ruhe und Normalität ein. Einkäufer schlenderten gelassen durch die Fußgängerzone, die Cafés waren nur mäßig gefüllt. Das ist ein Riesenunterschied zu den anderen Tagen, sagte Bierverkäuferin Anika Ast. Polizeipräsident Hans-Dieter Klosa sah dem Fortgang der WM entspannt entgegen. Wir gehen nicht davon aus, dass sich die friedlich-fröhliche Grundstimmung ändert.
Monika Piel, Hörfunkdirektorin des Westdeutschen Rundfunks, sah gerade in der spielfreien Zeit Potenzial für die Berichterstattung rund um den Ball: Jetzt ist Platz für Pressestimmen, Spekulationen und jede Menge Comedy. Ganz nach dem Motto: Frau und Mann schauen sich nach 18 Tagen das erste Mal wieder in die Augen oder Kinder, entstaubt ihr Vati mal vor dem Fernseher!.
In Leipzig boten die Organisatoren des Fanfestes Konzerte und Partystimmung auf dem Augustusplatz, verschiedene Bands präsentierten Rock-, Latino- und Soul-Klänge. Am zweiten spielfreien Tag lautet das Motto dann Stand up for Party.
Auch in Köln wurde der Tag ohne Fußball mit einem bunten Bühnenprogramm überbrückt. Auf dem Heumarkt sollte am Abend die Abschlussgala des Kölner Kurzfilmfestivals 47:elf unter der Schirmherrschaft von Sönke Wortmann steigen. Die Teams hatten 47 Stunden Zeit, einen Kurzfilm zum Thema Fußball zu drehen. Die besten Ergebnisse werden prämiert.
In Kaiserslautern wurden dagegen schon Teile der WM-Meile nach dem letzten Spiel in der Stadt abgebaut. Das Public-Viewing-Angebot werde aber noch ausgebaut, zum Deutschland-Spiel solle es zusätzlich einen dritten Platz in der Innenstadt geben. Die Party geht weiter, zeigte sich WM-Koordinator Erwin Saile überzeugt.
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