Berlin - Mit Hupkonzerten und Freudentänzen bis spät in die Nacht und dem Jubelchor Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin haben die Fans in Deutschland das 3:0 der Nationalmannschaft gegen Ecuador gefeiert.
Die Feiern zur Fußball-Weltmeisterschaft erreichten neue Dimensionen und dürften am 24. Juni alle Rekorde sprengen, wenn die Gastgeber im Achtelfinale in München auf Schweden treffen. Die Skandinavier spielten am Abend in Köln 2:2 gegen England, das einen Tag später in der K.o.-Runde gegen Ecuador antritt.
Gut zwei Millionen Menschen waren im ganzen Land vor den zahllosen Großbildleinwänden auf den Beinen. Fiii-naaa-le, ohohoho... war ein weiterer WM-Hit, der überall auf den Partymeilen zwischen Nord und Süd zu hören war. Besonders in Berlin und Hamburg war der Ansturm so stark, dass eine Stunde vor Anpfiff des Spiels gegen Ecuador im Olympiastadion zahlreiche Eingänge zu den Fanfesten aus Sicherheitsgründen geschlossen werden mussten.
Auf der größten WM-Meile des Landes hatten sich in Berlin auf der Straße des 17. Juni nach Angaben des Senats rund 700 000 Menschen versammelt. Damit sind im 2,5 Kilometer langen Partygelände im Herzen Berlins seit WM-Beginn bereits mehr als 3,5 Millionen Fans zusammen gekommen. Das muss man einfach live miterleben, hieß es in einer Gruppe Dortmunder Freizeitfußballer, die gleich nach ihrer Zugankunft vom neuen Hauptbahnhof aus Richtung Brandenburger Tor eilten.
Aber auch an den vielen anderen Treffpunkten platzten die Partys fast aus den Nähten. Auf dem Heiligengeistfeld in Hamburg drängelten sich 70 000 Menschen, laut Veranstalter so viel wie noch nie bei dieser WM, deren offizielle Fanmeilen bereits rund 8 Millionen Besucher angelockt haben. In Kaiserslautern sorgten 160 Künstler aus Trinidad und Tobago in farbenprächtigen Kostümen und mit furioser Trommelmusik in der Innenstadt für pure Karnevalsstimmung.
In Köln, wo Schweden und England um den Gruppensieg spielten, feierten den ganzen Tag und am Abend die Fans in Gelb und Rot gemeinsam und fröhlich. Es gibt überhaupt keine Probleme, sagte ein Polizeisprecher erleichtert. Ähnlich klangen viele der amtlichen Kommentare zur Sicherheitslage. Die größten Probleme hatten die Fans mit dem schwülen Wetter. In München bespritzte die Feuerwehr Tausende mit Löschwasser. In Berlin klagten die Sanitäter darüber, dass die Fans viel zu wenig Wasser tranken.
Am späten Abend breitete sich die pure WM-Freude auch in den Innenstädten aus. In München wurde die Leopoldstraße im Herzen Schwabings - laut Polizei inzwischen die inoffizielle Fanmeile - wieder einmal wegen der Jubelfeiern für den Straßenverkehr gesperrt. Auch der Kurfürstendamm in Berlin, auf dem schon Minuten nach dem deutschen Erfolg rund 150 Fahrzeuge einen Autokorso starteten, verwandelte sich in eine Fußgängerzone und ein schwarz-rot-goldenes Fahnenmeer.
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