Düsseldorf - Der riesige polizeiliche Aufwand im Kampf gegen Gewalttäter bei der Fußball-Weltmeisterschaft hat sich bislang gelohnt. In der bundesweiten Anti-Hooligan-Zentrale in Neuss bei Düsseldorf gab sich die Polizei mit dem Verlauf der ersten Hälfte des Turniers hochzufrieden.
Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) zog eine positive Zwischenbilanz für die Sicherheitskräfte. Die Fanfeste im Land seien weitgehend friedlich verlaufen, die Zahl der gewaltbereiten Fußball-Anhänger sei verschwindend gering, sagte ein Sprecher der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) in Neuss der dpa. Die Zusammenarbeit mit den ausländischen Polizisten funktioniere nach wie vor sehr gut.
In der ZIS tragen 150 Polizisten täglich rund um die Uhr bis zu 1000 Informationen über gewaltbereite Fans zusammen. Dort arbeiten auch 34 Verbindungsbeamten aus den WM-Teilnehmerländern. Insgesamt stehen sie mit 500 ausländischen Polizisten in Verbindung.
Allein in Nordrhein-Westfalen hatte die Polizei täglich 5400 Beamte im WM-Einsatz, am Tag des Spiels Deutschland-Polen in Dortmund waren es sogar mehr als 9000. Insgesamt wurden in NRW im Zusammenhang mit der WM 500 Menschen wegen Straftaten festgenommen, mehr als 900 waren in vorübergehendem Polizeigewahrsam. Bei den Straftaten handelte es sich vor allem um Körperverletzungen, Taschendiebstähle und Betrügereien. An den acht Spieltagen gab es in den drei NRW- Spielorten rund 7300 Rettungsdiensteinsätze.
In München waren seit WM-Beginn 4000 Polizisten im Einsatz. Trotz der Menschenmassen bei den vier Spielen und auf den Fanmeilen wurden nur 70 Körperverletzungen und drei Raubüberfälle angezeigt. 365 Menschen wurden in der bayerischen Landeshauptstadt festgenommen. Zudem sorgten Schwarzmarkthändler und Plagiatverkäufer für erhebliche Arbeit der Beamten. Das Fanverhalten ist lobenswert, es gab keine größeren Ausschreitungen, und Aggressionsdelikte waren die Ausnahme, hieß es in München.
Die polizeilichen Einsatzkräfte haben bisher eine weltmeisterliche Leistung gezeigt, sagte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft GdP, Konrad Freiberg. Er lobte die konsequente Umsetzung des polizeilichen Einsatzkonzepts. Störungen durch gewaltbereite Hooligans oder alkoholisierte Fans seien im Keim erstickt worden.
Die große Hitze und die im Lauf des Turniers anschwellende Besucherzahl in den Public-Viewing-Bereichen hätten den Einsatz von Tag zu Tag erschwert, meinte der GdP-Vorsitzende. Auch die Freude und Euphorie von Zuschauermassen müssen polizeilich bewältigt werden.
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