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REGELRECHT: Die Rote Karte nach dem Schlusspfiff | 2006-07-01


Berlin - Schläge auf den Hinterkopf erhöhen angeblich das Denkvermögen. Vielleicht blieb auch deswegen die Attacke von Rodriguez gegen Schweinsteiger nach Argentiniens WM-Aus ungestraft. Wahrscheinlicher ist, dass Schiedsrichter Lubos Michel den Schwinger nicht gesehen hatte.

Dafür entging dem Slowaken bei den Tumulten nach dem Deutschland-Spiel nicht der Tritt von Auswechselspieler Leandro Cufre unter die Gürtellinie von Per Mertesacker. Michel zog gegen den gar nicht eingesetzten Auswechselspieler die späteste Rote Karte der WM- Historie. Rot nach dem Abpfiff ist inzwischen möglich, früher hätte es nur einen Sonderbericht gegen Cufre gegeben. Den gibt es jetzt noch oben drauf.

Der deutsche Star-Referee Markus Merk beließ es an Stelle Roter Karten zuletzt zwei Mal bei Protokollnotizen, in denen er Kommentare zu seinen Entscheidungen nach dem Abpfiff festhielt. Der Australier Harry Kewell wurde nach dem WM-Spiel gegen Brasilien jedoch nicht bestraft. Glimpflich kam auch der Bielefelder Markus Schuler davon: Nach dem verlorenen DFB-Pokal-Halbfinale in Frankfurt soll er Merk - so schrieb es der Referee - als den Körperteil bezeichnet haben, auf dem Menschen sitzen. Weil er Schuler nach eigenen Worten nicht wie ein kleiner Junge nachrennen wollte, ließ Marathonläufer Merk Rot in der Gesäßtasche. Für Vergesslichkeit ist der 44-Jährige noch zu jung.


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