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Südkoreaner Ahn kämpft um seine Zukunft | 2006-06-17


Leipzig - Der David Beckham Südkoreas kämpft um seine Zukunft und gegen die Zweitklassigkeit. Ahn Jung-Hwan muss bei der Weltmeisterschaft Tore schießen, um sich für die europäischen Fußball-Profiligen interessant zu machen.

In der vergangenen Saison stieg der 30 Jahre alte Stürmer, der in seiner Heimat als Held verehrt wird, mit dem MSV Duisburg aus der Bundesliga ab. Die WM soll für ihn nun ein Neuanfang werden.

Es gibt viel Interesse, sagt sein Berater Tom Sanders, der Ahn als vorbildlichen Profi lobt. Doch natürlich hofft er auf möglichst viele Tore seines Klienten, damit der Marktwert weiter steigt. Gegen Togo hat Ahn im ersten Gruppenspiel mit dem Siegtreffer zum 2:1 wieder zugeschlagen. Gegen Frankreich, den Weltmeister von 1998, will der südkoreanische Nationalheld nachlegen.

In der Heimat verehren sie ihn, obwohl Ahn das gar nicht will. Er hat überhaupt keine Starallüren, sagt Sanders. Den Heldenstatus brachte ihm das WM-Achtelfinale am 18. Juni 2002 in Daejon ein, als er gegen den hohen Favoriten Italien das goldene Tor zum 2:1-Sieg erzielte. Seitdem sind ihm die Huldigungen seiner Landsleute gewiss.

Nach dem entscheidenden Treffer gegen Togo war Ahn erst einmal unbeschreiblich glücklich. Und durfte darauf setzen, dass Südkoreas niederländischer Coach Dick Advocaat ihn gegen Frankreich in die Startelf nimmt: Natürlich hoffe ich das. Aber die Entscheidung trifft der Trainer. Das ist Ahn: bescheiden, zurückhaltend, überhaupt kein Lautsprecher. Er hat nie etwas gegen den MSV Duisburg oder Trainer Jürgen Kohler gesagt, obwohl er kein Stammspieler war. Er hat alles mit einem Lächeln ertragen, sagt Sanders.

Nur drei Mal stand Ahn beim MSV in der Bundesliga-Rückrunde in der Startformation, kam bei zwölf Einsätzen auf zwei Treffer. Jetzt soll er dem MSV Geld bringen. Die Zebras würden ihn trotz eines Vertrags bis 2007 gern verkaufen. Die Ablösesumme ist angeblich mit 750 000 Euro festgeschrieben, der Marktwert dürfte aber höher liegen.

Nicht nur die Torgefährlichkeit von Ahn, auch die Schnelligkeit der anderen Südkoreaner wird die alternden Franzosen mehr beschäftigen, als ihnen lieb ist. Vor allem die gegen die Schweiz nicht übermäßig auf die Probe gestellte Abwehr. Sie sind sehr gefährlich. Aber wir müssen dafür sorgen, dass sie sich an unserer Deckung die Zähne ausbeißen, meinte der Münchner Willy Sagnol vor seinem 40. Länderspiel.

In einer zwiespältigen Lage befinden sich die beiden Innenverteidiger Lilian Thuram und William Gallas. Einerseits soll das Duo die koreanischen Angreifer stoppen, andererseits verlangt Kapitän Zinedine Zidane mehr Vorwärtsdrang zur Überbrückung des Mittelfeldes - so wie es sein Weltmeister-Kollege Laurent Blanc einst perfekt demonstriert hatte. Der Maitre will sich die Bälle nicht immer selbst von hinten holen.


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