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Nur Polens Trainer muss um Arbeitsplatz zittern | 2006-06-19


Hannover - Für die 22 Spieler auf dem Platz geht es nur noch um die Ehre, für Polens Trainer Pawel Janas jedoch um den Arbeitsplatz. Die Partie gegen Costa Rica in Hannover, die für die WM bedeutungslos ist, könnte für den polnischen Coach die letzte vor der Entlassung sein.

Während sein Kollege Alexandre Guimaraes bis 2010 weiterarbeiten darf, kann den umstrittenen Janas nach dem vorzeitigen WM-Aus nur noch ein überzeugender Sieg retten. Trotzig sagte er am Tag vor dem Spiel in Barsinghausen: Meine Arbeit ist noch nicht beendet.

Die Petersilien-Partie, wie in Polen ein Spiel um die Goldene Ananas genannt wird, ist für den umstrittenen Janas ein Finale um seine Zukunft. Nachdem die mit hohen Erwartungen gestartete Mannschaft gegen Ecuador (0:2) und Deutschland (0:1) verloren hat, erhöht sich der Druck auf den ohnehin unbeliebten Coach. Seit Tagen wird in Polen öffentlich die Entlassung des Trainers gefordert. Allein der Verbandspräsident Michal Listkiewicz stärkt ihm den Rücken: Ich hoffe, dass Janas mit erhobenem Haupt das Stadion verlässt und Trainer bleibt. Listkiewicz weiß aber auch: Entscheidungen über Trainer werden immer anhand der Ergebnisse getroffen, und null Punkte wäre ein schlechtes Ergebnis.

Auch der Verbandschef kann Janas nicht retten, falls sich das polnische Team erneut blamiert. Man muss aber auch die Ergebnisse der vergangenen drei Jahre berücksichtigen, forderte er vorsorglich und verwies auf die erfolgreiche WM-Qualifikation sowie auf 30 Siege in den bisherigen 50 Spielen unter Janas. Die Entscheidung fällt nach Listkiewicz Angaben auf einer Sitzung am 14. Juli. Ich werde für das Treffen einen Report schreiben, erklärte der 53-jährige Coach.

Janas hatte im Vorfeld angekündigt, nicht auf seine Entlassung warten zu wollen. Doch weigert er sich nun, die selbst angekündigten Konsequenzen zu ziehen: Ich würde die Mannschaft gerne noch in die EM-Qualifikation zu führen, sagte er.

Janas Kollege Alexandre Guimaraes kann der Partie wesentlich entspannter entgegensehen, obwohl die Kritik in den Medien von Costa Rica (Lächerlich, Der schwächste WM-Auftritt) ebenfalls heftig war. Der 46-Jährige hat angeboten, den Weg - wenn gewünscht - für einen neuen Coach frei zu machen: Ich klebe nicht an meinem Stuhl. Ich überlasse die Entscheidung dem Verband. Verbandspräsident Hermes Navarro stellte sich hinter Guimaraes: Man muss anerkennen, was er und sein Stab für Costa Rica geleistet haben. Wir wollen Guimaraes als Trainer behalten. Der in Brasilien geborene Coach der Ticos hatte erst vor wenigen Wochen seinen Vertrag bis 2010 verlängert.

Während Janas Angaben zur Aufstellung wieder einmal verweigerte, kündigte Costa Ricas Coach drei Wechsel gegenüber dem 0:3 gegen Ecuador an, ohne Namen zu nennen. Jetzt geht es um unseren Stolz und unsere Ehre. Wir wollen uns mit Anstand und mit einem Sieg von dieser WM verabschieden, sagte Guimaraes. Die Spieler sehen es ähnlich. Wir wollen Deutschland mit einem Sieg verlassen, sagte Stürmer Paulo Wanchope. Vor seinem letzten Länderspiel betonte der gegen Deutschland zwei Mal erfolgreiche Angreifer: Wir müssen gehen, aber wir müssen nicht mit null Punkten gehen.


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