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Die Konstellation in den WM-Gruppen | 2006-06-19


Berlin - Vor dem letzten Spieltag beginnt in den WM-Gruppen das große Rechnen. Zwar stehen etliche Achtelfinalisten schon fest, doch gerade auch für Deutschland geht es noch um den Gruppensieg und damit einen vermeintlich leichteren Gegner in der K.o.-Runde.

Der WM-Modus schreibt vor, dass bei Punktgleichheit zuerst die Tordifferenz, danach die Zahl der geschossenen Tore und erst dann der direkte Vergleich entscheidet. Bringt auch der keine Entscheidung, wird gelost. Die Konstellation vor dem Gruppenfinale:

GRUPPE A: Deutschland und Ecuador stehen mit je sechs Punkten bereits als Achtelfinalisten fest. Beide kämpfen im direkten Duell in Berlin um den Gruppensieg, um England in der K.o.-Runde aus dem Weg zu gehen. Den Südamerikanern reicht ein Unentschieden, weil sie mit 5:0 die bessere Tordifferenz vorweisen als Deutschland (5:2). Der Klinsmann-Elf bringt also nur ein Sieg den angestrebten ersten Platz.

GRUPPE B: Hier ist England (6 Punkte) in der komfortablen Lage, nicht gewinnen zu müssen. Gegen Schweden (4) reicht in Köln bereits ein Remis zum Gruppensieg. Die Engländer spielen erst nach Deutschland. Sie könnten auf das Ergebnis reagieren, denn sie wollen ebenfalls ein Zusammentreffen mit den WM-Gastgebern verhindern. Ein Punkt brächte auch Schweden ins Achtelfinale. WM-Neuling Trinidad und Tobago (1) muss gegen Paraguay (0) gewinnen und auf einen hohen Sieg der Engländer gegen Schweden hoffen. Auch ein Los-Entscheid ist möglich, weil der direkte Vergleich 0:0 endete.

GRUPPE C: Argentinien und die Niederlande (beide 6 Punkte) stehen bereits im Achtelfinale. Bei einem Unentschieden in Frankfurt wären die Südamerikaner Gruppensieger, denn sie haben nach der 6:0-Gala gegen Serbien-Montenegro das bei weitem bessere Torverhältnis (Argentinien 8:1 - Niederlande 3:1).

GRUPPE D: Portugal (6) ist durch und dürfte nach Lage der Dinge im Achtelfinale die Niederländer bevorzugen. Platz eins wäre bei einem Unentschieden gegen Mexiko (4) gesichert. Die Mittelamerikaner würden bei einer Punkteteilung ebenfalls in die K.o.-Runde einziehen, doch Argentinien können sie nur aus dem Weg gehen, wenn sie das Gruppenfinale in Gelsenkirchen gewinnen. Verliert Mexiko, hat auch Angola (1) noch eine Chance. Im schlimmsten Fall müsste das Los entscheiden, denn der direkte Vergleich endete 0:0.

GRUPPE E: Alle vier Mannschaften haben noch Chancen auf das Achtelfinale. Italien kommt bereits bei einem Unentschieden gegen Tschechien in Hamburg mit fünf Punkten weiter, die Tschechen und Ghana (je 3) brauchen einen Sieg, um sicher ins Achtelfinale zu gelangen. Ein Punkt hilft Tschechien nur, wenn die USA (1) und Ghana (3) in Nürnberg unentschieden spielen oder die USA nicht höher als mit drei Toren Differenz gewinnt. Der WM-Debütant aus Afrika könnte sich sogar mit einem Remis für die K.o.-Runde qualifizieren, wenn Tschechien verlöre oder Italien mit mindestens drei Toren Differenz. Sollten Ghana und Italien am Ende punkt- und torgleich sein, wäre Italien wegen des gewonnenen Direktvergleichs weiter.

GRUPPE F: Brasilien (6) ist nach zwei Siegen für das Achtelfinale qualifiziert. Für den Gruppensieg reicht dem Titelverteidiger in Dortmund gegen Japan (1) ein Unentschieden. Australien (3) würde zur Verteidigung des zweiten Platzes in Stuttgart gegen Kroatien (1) ein Remis genügen, sofern den Japanern gegen die Selecao kein Dreier gelingt. Kroatien benötigt zum Einzug in die K.o.-Runde auf jeden Fall einen Sieg gegen die Socceroos. Japan hat nur noch dann eine theoretische Chance, den WM-Erfolg von 2002 mit dem Einzug ins Achtelfinale zu wiederholen, wenn die Brasilianer geschlagen werden und gleichzeitig Australien nicht gegen Kroatien gewinnt.

GRUPPE G: Drei Mannschaften streiten sich um die beiden Achtelfinal-Plätze, Togo (0) ist aus dem Rennen. Um ein WM-Debakel wie 2002 zu verhindern, muss Frankreich (2) sein letztes Spiel gegen den afrikanischen WM-Neuling mit mindestens zwei Toren Differenz gewinnen. Nur in diesem Fall würde die Equipe tricolore selbst bei einer Punkteteilung zwischen Südkorea und der Schweiz (beide 4) in die K.o.-Runde einziehen. Den Eidgenossen reicht in diesem Duell wegen der besseren Tordifferenz (2:0 gegenüber 3:2) bereits ein Punkt zum Weiterkommen. Zum Losentscheid käme es, wenn die Franzosen 2:0 gegen Togo gewinnen und Südkorea und die Schweiz sich 1:1 trennen.

GRUPPE H: Spanien (6) steht nach zwei Siegen als Achtelfinal-Teilnehmer fest. Die besten Chancen, den Spaniern zu folgen, hat die Ukraine (3). Gewinnt der WM-Debütant gegen Tunesien, ist er sicher in der K.o.-Runde. Tunesien (1) und Saudi-Arabien (1) haben nur geringe Aussichten. Die Nordafrikaner müssen gegen die Ukrainer unbedingt gewinnen, um erstmals ins WM-Achtelfinale zu kommen. Für Saudi- Arabien stehen die Chancen gleich null: Nur ein Erfolg gegen Favorit Spanien mit mindestens vier Toren Differenz hilft den Saudis weiter. Zudem müsste die Ukraine gegen Tunesien verlieren. Die Saudis warten 12 Jahren auf einen WM-Erfolg.


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