Berlin - Jürgen Klinsmann wird sein 23-köpfiges Aufgebot für die Fußball-Weltmeisterschaft erst wenige Stunden vor dem offiziellen Meldeschluss präsentieren - größere Überraschungen dürfte es allerdings nicht mehr geben.
Vom erweiterten Kader jener 28 Profis, die in den WM-Planungen des Bundestrainers noch eine Rolle spielen, werden wahrscheinlich vier oder fünf auf Abruf gestellt.
Bei der offiziellen Vorstellung seiner WM-Hoffnungen am 15. Mai beim Generalsponsor des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Berlin wird Klinsmann nur noch wenige Fragezeichen auflösen. Wir werden uns zusammen setzen und uns ein umfangreiches Bild machen, kündigte der Chef noch intensive Diskussionen mit seinen Vertrauten in der sportlichen Leitung an.
Nach dem geplatzten Einzug der Schalker ins UEFA-Cup-Finale wird Klinsmann jetzt zum Bundesliga-Finale am 13. Mai aus seiner Wahl-Heimat Kalifornien nach Deutschland zurückkehren. Die genauen Absprachen, ob er und sein Assistent Joachim Löw live die Partie des designierten Meisters FC Bayern gegen Borussia Dortmund, den Nordschlager Hamburger SV gegen Werder Bremen oder das Duell Schalke 04 gegen den VfB Stuttgart anschauen werden, stehen noch aus. Nach den abschließenden Gesprächen des Trainerstabes sollen die Spieler persönlich von den Entscheidungen unterrichtet werden.
Klinsmann und Löw müssen noch zwei Baustellen schließen. Entscheiden sie sich in der Defensive für eine Rückkehr des erfahrenen Jens Nowotny, der Ende April erstmals zum Fitnesstest wieder in den Auswahl-Kreis zurückgekehrt war, oder setzen sie bei der Nominierung eines vierten Innenverteidigers auf Lukas Sinkiewicz oder Manuel Friedrich? Auch im Angriff steht eine Entscheidung zwischen Routine (Oliver Neuville) und jugendlicher Forschheit (Mike Hanke) an. Lediglich für eine Nominierung auf Abruf dürfte es bei den beiden Stuttgartern Andreas Hinkel und Thomas Hitzlsperger reichen.
Am 16. Mai versammelt der Bundestrainer das WM-Team zu einem Fan-Fest in Mannheim, wo ein Testspiel gegen den Verbandsligisten FSV Luckenwalde auf dem Programm steht. Sofort danach reist das DFB-Team ins Trainingslager nach Sardinien. Torhüter Jens Lehmann wird diese erste Vorbereitungsphase wegen des Champion League-Endspiels des FC Arsenal gegen den FC Barcelona nicht mitmachen. Nach dem 15. Mai sind Veränderungen im Kader bis zum WM-Start am 9. Juni nur noch bei Verletzungen von nominierten Spielern möglich.
Der voraussichtliche deutsche WM-Kader:
Torhüter: Jens Lehmann (Arsenal London), Oliver Kahn (Bayern München), Timo Hildebrand (VfB Stuttgart)
Abwehr: Arne Friedrich (Hertha BSC), Robert Huth (Chelsea London), Marcell Jansen (Borussia Mönchengladbach), Philipp Lahm (Bayern München), Per Mertesacker (Hannover 96), Christoph Metzelder (Borussia Dortmund), Patrick Owomoyela (Werder Bremen), Jens Nowotny (Bayer Leverkusen)
Mittelfeld: Michael Ballack, Bastian Schweinsteiger (alle Bayern München), Tim Borowski, Torsten Frings (beide Werder Bremen), Fabian Ernst (Schalke 04), Sebastian Kehl (Borussia Dortmund), Bernd Schneider (Bayer Leverkusen)
Angriff: Gerald Asamoah, Kevin Kuranyi (beide Schalke 04), Oliver Neuville (Borussia Mönchengladbach), Lukas Podolski (1. FC Köln), Miroslav Klose (Werder Bremen)
Auf Abruf: Manuel Friedrich (FSV Mainz 05), Andreas Hinkel (VfB Stuttgart), Lukas Sinkiewicz (1. FC Köln), Thomas Hitzlsperger (VfB Stuttgart), Mike Hanke (VfL Wolfsburg).
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