Düsseldorf - Das Vorspiel zur 45. Saison der Fußball-Bundesliga wird zum ersten heißen Duell der Dauerrivalen aus München und Bremen.
Fernsehzuschauer in mehr als 160 Ländern und 51 300 Zuschauer in der ausverkauften Düsseldorfer LTU arena werden mit der Vorrunde des Ligapokals perfekt auf die neue Spielzeit eingestimmt. Besonders angriffslustig werden die Profis von Großinvestor Bayern und Werder zu Werke gehen. Für Erstliga-Rückkehrer Karlsruher SC, der gegen den FC Schalke antritt, wird die Teilnahme zum puren Vergnügen: Wir freuen uns wahnsinnig, sagte KSC-Trainer Edmund Becker.
Miroslav Klose zeigte sich vor der brisanten Auseinandersetzung mit seinen ehemaligen Bremer Kollegen gelassen. 25 Tage nach seinem Wechsel zum Rekordmeister aus München will der WM-Torschützenkönig Verbalattacken aus Bremen schon beim ersten sportlichen Anlass mit Toren kontern. Es ist doch unwichtig, was andere Spieler aus Bremen über Miro sagen. Am besten ist es immer, eine Antwort auf dem Platz zu geben, sagte Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld. Er freut sich über das schnelle Wiedersehen des Nationalspielers mit Werder: Für uns und für Miro ist das ein guter Test. Es ist einige Brisanz im Spiel.
Klose war in der Sommerpause ein großer Streitfall. Erst wurde wochenlang um Wechsel und Ablöse gefeilscht, dann ließen Torsten Frings & Co. verbale Spitzen gegen den Angreifer folgen, der sich selbst angeblich total entspannt fühlte. Es war ja klar, dass wir irgendwann gegen Bremen spielen müssen - je früher, desto besser, sagte Klose, der vor der Partie noch mit seinen früheren Mannschaftskameraden telefonierte. Das nächste Ehemaligentreffen hat er schon fest im Visier: Am 18. August stehen sich beide Teams in der Bundesliga gegenüber.
Bayern-Trainer Hitzfeld hat schon jetzt enorme Probleme, seinen Angriff zu formieren. Italiens Weltmeister Luca Toni fällt ebenso aus wie Lukas Podolski, Jan Schlaudraff und José Ernesto Sosa. Angeschlagen waren Mark van Bommel und Franck Ribéry. Bei den Bremern war der Einsatz des 7,8 Millionen Euro teuren Carlos Alberto fraglich. Der Brasilianer wartete am 20. Juli noch auf seine internationale Freigabe.
Auch wenn beide Mannschaften drei Wochen vor dem Liga-Start noch nicht in Top-Form sind, wollen sie ein Zeichen für die neue Saison setzen - und haben zudem die Chance, am Rande des Spiels Unstimmigkeiten der vergangenen Wochen auszuräumen. Im Ligapokal kann man Moral und Selbstbewusstsein stärken. Wenn wir Bremen schlagen, wissen die: Mit Bayern ist in diesem Jahr zu rechnen, sagte Hitzfeld vor dem Start in den mit 5,2 Millionen Euro dotierten Wettbewerb. Der Ligapokal ist noch kein Gradmesser für die Meisterschaft, entgegnete Allofs.
Die andere Begegnung ist weniger brisant. Der KSC ist Außenseiter, Favorit Schalke erklärt das erste Pflichtspiel zum Ernstfall. Für uns ist das ein Super-Test, sagte KSC-Coach Becker. Dessen Schalker Kollege Mirko Slomka unterstrich die Seriosität, mit der die Profis des Meisterschafts-Zweiten die Partie angehen: Wir nehmen dieses Spiel ernst, sehr ernst. Der Stellenwert des Ligapokals ist enorm hoch. Der KSC füllt dabei den erstmals vorgesehenen Platz des Zweitliga-Meisters aus und kassiert für das Viertelfinale 250 000 Euro.
Becker stehen bis auf Verteidiger Florian Dick (Aufbautraining nach Kreuzbandriss) und Mittelfeldspieler Massimilian Porcello (Muskelfaserriss in der Wade) alle Profis zur Verfügung. Dazu gehören in dem von Bayern München ausgeliehenen Rechtsverteidiger Andreas Görlitz sowie Alexander Iaschwili (SC Freiburg) und Tamás Hajnal (1. FC Kaiserslautern) in der Offensive auch drei von sechs Neuzugängen. Slomka muss auf Rafinha (verletzt) und den gesperrten Kevin Kuranyi verzichten.
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