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Barnettas Treffer Gold wert - Nati in, Togo out | 2006-06-20


Dortmund - Mit seinem Treffer zum 2:0 hat Bundesliga-Profi Tranquillo Barnetta die Schweizer WM-Chancen auf die nächste Runde erhöht und eine große Begeisterungswelle im Land des EM-Gastgebers von 2008 ausgelöst.

Das war ein sehr guter Tag für uns und ein wunderschönes Gefühl für mich, sagte der Profi von Bayer Leverkusen. Knapp 40 000 der 65 000 Fans im Dortmunder Stadion feierten nach dem 2:0 (1:0)-Erfolg gegen Togo den ersten WM-Sieg seit zwölf Jahren und die Eroberung der Tabellenspitze in der Gruppe G vor den punktgleichen Südkoreanern (je 4) und Frankreich (2). Das war fantastisch, vor dieser Kulisse zu spielen, und sportlich hat sich die Lage für uns jetzt verbessert, sagte Trainer Köbi Kuhn.

Mit dem besseren Torverhältnis können die Schweizer dem Duell mit Südkorea zum Abschluss gelassen entgegensehen. Mit einem Remis ist die Mannschaft definitiv im Achtelfinale. Jetzt muss der Sieg nicht mehr erzwungen werden, sagte Kuhn nach einer mäßigen Leistung seines Teams, das durch die Treffer von Alexander Frei (16.) und Barnetta (88.) zum Erfolg kam.

Als es nicht so lief, hat die Mannschaft Charakter gezeigt und dieses Feuer entfacht. Das will das Publikum sehen: Spieler die bereit sind, alles für ihr Land zu geben, befand der Coach. Auch der Stuttgarter Bundesliga-Profi Ludovic Magnin war voller Euphorie: Wir haben einen gemeinsamen Traum und wollen jetzt ins Achtelfinale.

Gegen die völlig unprofessionell vorbereiteten Afrikaner, die nach Prämienstreit, Streik und zurückgenommenem Trainer-Rücktritt sogar einen Boykott der Partie in Erwägung gezogen hatten, hatten die Schweizer am Ende leichtes Spiel. Wenn sie wochenlang solche Querelen haben, geht das an die Substanz und die nervliche Belastung. Unter diesen extrem schwierigen Umständen hat meine Mannschaft das Maximale geschafft, sagte Togos deutscher Trainer Otto Pfister, der nach den Unruhen im Team fast resignierte. Ich habe, was Konzentration und Organisation betrifft, sehr wenig Unterstützung erhalten, meinte Pfister. Seine Zukunft als Trainer Togos ist völlig offen. In unserem Job weiß man heute nicht, was morgen ist.

Zu allem Unglück fühlten sich die tapferen Togoer auch noch vom Schiedsrichter benachteiligt. Zumindest in einer Szene hätte es nach einem Foul an Togos bestem Spieler, Emmanuel Adebayor, einen Strafstoß geben müssen. Dann wird man auch noch um die Früchte seiner Arbeit gebracht, schimpfte Pfister nach dem WM-Aus.

In der abschließenden Partie gegen Frankreich will der Coach Spielern eine Chance geben, die noch nicht zum Einsatz gekommen sind. Wir sind doch hier zum Lernen. Bei uns standen auch zwei auf dem Platz, die noch nie im Leben mit einem solchen Spiel konfrontiert waren, sagte Pfister. Einer von ihnen war Assimiou Toure aus der A- Jugend von Bayer Leverkusen. Der Nachwuchs-Spieler versprach: Gegen Frankreich wollen wir endlich zeigen, was wir drauf haben.


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