Frankfurt/Main - Mit großen Hoffnungen ist Titelverteidiger Deutschland zur Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen von Frankfurt/Main nach China abgereist.
Vier Jahre nach dem erstmaligen Triumph in den USA strebt die Mannschaft von Trainerin Silvia Neid beim Turnier vom 10. bis 30. September den erneuten WM-Gewinn an. Wie DFB-Sprecher Niels Barnhofer erklärte, waren alle 21 deutschen Spielerinnen an Bord der Lufthansa-Maschine, die in Schanghai landen soll. Am kommenden 10. September bestreitet die DFB-Elf im Hongkou-Stadion das WM-Eröffnungsspiel gegen Argentinien.
Vor dem Abflug zur 5. WM-Endrunde im Reich der Mitte hat Theo Zwanziger den Druck von der Mannschaft genommen. Wir sind spielstark genug, um die Vorrunde klar zu überstehen. Das Viertelfinale wird sehr schwer. Da werden alle kräftig die Daumen drücken müssen. Ich hoffe nur, dass sie sich selbst nicht zu sehr unter Druck setzen, sagte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) im Interview mit dem Kicker.
Bereits in der ersten K.o.-Runde könnte das deutsche Team auf den zweimaligen Weltmeister und Turnier-Favoriten USA oder auf Vize-Weltmeister Schweden treffen. Auch ein Duell mit Nordkorea oder Nigeria ist möglich. Wir wollen zunächst einmal Erster in der Gruppe werden, dann sehen wir weiter, sagte Trainerin Neid vor dem Abflug.
Zugleich teilte der DFB mit, dass Zwanziger bei der WM in Fernost auch die Delegationsleitung für den gesundheitlich angeschlagenen DFB-Vizepräsidenten Engelbert Nelle übernimmt. Zwanziger wird am Wochenende zur Mannschaft nach Schanghai fliegen.
Der DFB-Chef erwartet ein zähes Ringen um den WM-Titel. Die anderen haben nicht geschlafen, es gibt inzwischen viele Spitzenteams. Vier, fünf davon können Weltmeister werden - wir gehören dazu, sagte Zwanziger. Ein frühes Scheitern sei zwar mit Blick auf die deutsche Bewerbung um die Frauen-WM 2011 nicht wünschenswert, würde aber die positive Entwicklung der Mädchen- und Frauenfußballs nicht in Frage stellen. Auf der anderen Seite erwartet Zwanziger im Fall der erfolgreichen Titelverteidigung einen neuerlichen Schub. Das wäre für den deutschen Fußball insgesamt und die Entwicklung in der Zeit nach der WM unbezahlbar.
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