Berlin - Das Testbild läuft seit wenigen Tagen, am 11. August wird es für Arena ernst. Spätestens mit Beginn der 44. Bundesliga-Saison muss der neue Pay-TV-Partner der Deutschen Fußball-Liga (DFL) die Karten auf den Tisch legen.
Wie viele Fußballfans die insgesamt 612 Erst- und Zweitligaspiele im Bezahlfernsehen verfolgen können, ist weiterhin ungewiss. Mit Prognosen halten wir uns zurück, sagte Arena-Geschäftsführer Christoph Bellmer. Zum Ende des Vertrages mit der DFL in drei Jahren wollen wir aber 3,5 Millionen Kunden haben.
Die WM-Euphorie soll dem TV-Neuling helfen, den Decoder-Verkauf anzukurbeln. Bei einer WM-Party von DFL und Arena über den Dächern von Berlin, zu der auch die Doppelspitze des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mit Theo Zwanziger und Gerhard Mayer-Vorfelder sowie mehrere Clubvertreter erschienen waren, demonstrierten alle Beteiligten große Zuversicht. Die Ergebnisse der deutschen Mannschaft steigern die Lust auf Fußball. Es gucken Leute Fußball, die sich bisher nicht dafür interessierten, sagte Liga-Präsident Werner Hackmann.
Die meisten der 21,27 Millionen TV-Zuschauer, die am Dienstag den 3:0-Sieg von Deutschland gegen Ecuador vor dem Bildschirm verfolgten, kommen allerdings nicht als Arena-Abonnenten in Betracht. Zielgruppe für Bellmer sind vielmehr die Fußballfans, die bisher die Bundesliga bei Premiere abonniert haben. Der Arena-Geschäftsführer kündigte für die Zeit nach der WM eine Werbe-Offensive an: Ich erwarte viele Bestellungen auf den letzten Drücker. Wir sind auf eine große Welle vorbereitet.
Premiere hat sich mit einem preisgünstigen Fußball-Paket für 9,99 Euro pro Monat gegen Abwerbungsversuche seiner rund 3,5 Millionen Abonnenten gewappnet. Es enthält unter anderem die Champions League und Fußball aus mehreren europäischen Ligen. Bei Arena kostet Bundesliga-Fußball 19,90 Euro (Satellitenangebot inklusive Gebühr) oder 14,90 Euro (Kabelangebot).
Eine Baustelle muss Arena allerdings noch beseitigen. Wir hoffen auf einen raschen Abschluss mit Kabel Deutschland. Das muss Arena selbst schaffen, sagte Liga-Präsident Hackmann. Die Verhandlungen mit Deutschlands größten TV-Kabelanbieter sind noch nicht beendet. Ohne eine Einigung könnten mehr als zehn Millionen Kabelkunden weder das Arena-Testbild noch Bundesliga sehen.
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