Leipzig - Während der FC St. Pauli den Aufstieg aus der Fußball-Regionalliga Nord nach dem vorletzten Spieltag in der Tasche hat, beginnt für den 1. FC Magdeburg eine Woche des großen Zitterns.
Der Tabellenzweite vergab durch eine 2:4-Niederlage bei Kickers Emden bereits den zweiten Matchball, den Durchmarsch zur 2. Bundesliga zu sichern. So kann sogar noch Emden als Fünftplatzierter auf den Aufstieg hoffen. Noch größer sind die Chancen des VfL Osnabrück und des Wuppertaler SV, die nur einen beziehungsweise zwei Punkte hinter Magdeburg lauern.
Dem FC St. Pauli hatte ein 2:2 gegen Dynamo Dresden gereicht, um den Aufstieg vorzeitig zu sichern. Für Dresden war damit jedoch die letzte Möglichkeit, in die zweite Liga zurück zu kehren, vertan. Wenn wir etwas verpasst haben, dann bestimmt nicht heute, sagte Dynamo-Trainer Norbert Meier. Und Geschäftsführer Volkmar Köster ergänzte: Wenn wir auswärts immer so aufgetreten wären, hätten wir den Aufstieg geschafft. Noch enttäuschter zeigte sich Dresdens Kapitän Sebastian Pelzer. Wir haben unser Saisonziel nicht erreicht, das sitzt tief, bekannte er unter Tränen.
Nach der Partie wurden bei Auseinandersetzungen zwischen Fans, Linksautonomen und der Polizei 20 Menschen festgenommen. Fangruppen beider Mannschaften hatten sich mit Steinen und Bierflaschen beworfen. Auf der benachbarten Reeperbahn feierten dagegen rund 35 000 Anhänger des FC St. Pauli den Aufstieg friedlich.
In Emden wahrten die Kickers mit ihrem Sieg über Magdeburg eine Mini-Chance. Mit dem 4:2 liegen die Norddeutschen drei Punkte hinter dem Aufstiegsplatz. Wir wollten vermeiden, dass Magdeburg hier ein Fass aufmacht. Hier feiern nur wir, betonte Emdens Trainer Marc Fascher und ergänzte: Vielleicht geht doch noch ein Traum in Erfüllung. Für Magdeburg ging bei den Kickers eine Serie von zwölf Partien ohne Niederlage zu Ende. FCM-Coach Dirk Heyne kündigte an: Wir stehen nochmal auf. Wir haben unser Schicksal ja noch selbst in der Hand. Und zwar im abschließenden Spiel gegen den FC St. Pauli am kommenden Samstag, für dass das neue Magdeburger Stadion bereits ausverkauft ist.
Magdeburgs Verfolger VfL Osnabrück wahrte seine Chance durch einen 4:0-Sieg bei der zweiten Mannschaft von Borussia Mönchengladbach. Dem Wuppertaler SV gelang das Gleiche durch einen 3:0-Erfolg bei Bayer Leverkusen II.
Im Abstiegskampf liegen Holstein Kiel und Borussia Dortmund II weiter Kopf an Kopf. Kiel bezwang Fortuna Düsseldorf mit 2:0, hat aber das schlechtere Torverhältnis als die Dortmunder, die beim bereits als Absteiger feststehenden SV Wilhelmshaven ebenfalls mit 2:0 gewannen. Den Klassenverbleib sicherte sich am Sonntag Werder Bremen II durch ein 1:0 beim bereits abgestiegenen Hertha BSC II.
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