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Mexiko-Torwart Sanchez wieder in Deutschland | 2006-06-10


Nürnberg/Göttingen - Trotz des schweren Schicksalschlages will Oswaldo Sanchez nicht auf die WM verzichten. Der Torhüter der mexikanischen Fußball-Nationalmannschaft, der nach dem plötzlichen Tod seines Vaters in seine Heimat geflogen war, ist nach Deutschland zurückgekehrt.

Der 32 Jahre alte Schlussmann von Deportivo Guadalajara landete mit einer Privatmaschine auf dem Flughafen Nürnberg und steht der Tri im Auftaktspiel der Gruppe D gegen den Iran zur Verfügung.

Ich bin bereit, sehr motiviert und habe auch etwas trainiert, sagte der gefasst wirkende Sanchez nach der Ankunft. Das Leben geht weiter, fügte er hinzu. Die mexikanische Delegation hatte ihm die Entscheidung über eine Rückkehr zum WM-Team freigestellt. Nach der Beisetzung seines Vaters Felipe, der im Alter von 55 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben war, entschied sich der Torhüter für seine dritte WM-Teilnahme und erhielt dafür ungeteilte Unterstützung.

Seine Mutter, ein Bruder, drei Schwestern, Co-Trainer Jorge Campos und einige Freunde begleiteten Sanchez auf dem Flug zum Spielort Nürnberg, wo er als erstes Mitglied der mexikanischen Mannschaft eintraf. Die reichen Besitzer der einheimischen Clubs hatten zusammengelegt und das Privatflugzeug gechartert. Am Vortag hatten die mexikanischen Fans im WM-Quartier Göttingen in Sprechchören lautstark die Rückkehr von Oswaldo Sanchez gefordert.

Er gilt als sicherer Rückhalt des Teams. Deshalb wird der schweigsame Trainer Ricardo La Volpe trotz der Reisestrapazen kaum auf seine erfahrene Nummer eins verzichten. Ersatzmann Jesus Corona hat erst sechs Mal für das Team des Weltranglisten-Vierten gespielt. Oswaldo kann auf uns zählen. Wir hätten es aber auch akzeptiert, wenn er in Mexiko geblieben wäre, sagte Torjäger Jared Borgetti.

Die Mexikaner, die für die Fahrt von Göttingen nach Nürnberg den Zug als Transportmittel ausgewählt hatten, gelten auf dem Papier als klarer Favorit gegen den Iran. Francisco Fonseca warnte aber sein Team. Iran hat eine sehr starke Mannschaft. Wir müssen uns sehr viel Mühe geben, um zu gewinnen, sagte Fonseca. Allerdings wird der bei den Fans sehr beliebte Kikin wohl zunächst auf der Bank Platz nehmen müssen. Sein Kollege Guillermo Franco empfahl sich mit sechs Toren im letzten Trainingsspiel als zweiter Angreifer neben Borgetti.

Die vom früheren Hannover-96-Coach Branko Ivankovic betreuten Iraner verbreiteten derweil Optimismus. Das Team setzt auf die Erfahrung seiner Bundesligaspieler. Das ist ein großer Vorteil. Wir sind stärker als bei der WM 1998, meinte HSV-Profi Mehdi Mahdavikia.


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