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Polen nach 0:2 gegen Ecuador geschockt | 2006-06-10


Gelsenkirchen - Nach dem Schock gegen Ecuador droht Polen wie vor vier Jahren die vorzeitige Heimreise von der Fußball- Weltmeisterschaft. Das ist für uns eine Riesenenttäuschung, sagte Jacek Krzynowek nach dem 0:2 (0:1) im Auftaktmatch mit leiser Stimme.

Gegen Deutschland steht uns nun eine sehr schwere Aufgabe bevor, sagte der Profi von Bayer Leverkusen und blickte sorgenvoll auf das Spiel um Alles oder Nichts gegen den WM-Gastgeber. Dagegen genossen die ecuadorianischen Fans den Abend und feierten rundum das Gelsenkirchener Stadion den überraschenden Sieg ihrer Mannschaft ausgelassen.

Koreanischer Albtraum wiederholt sich, titelte das polnische Boulevardblatt Super Express und schrieb wenig hoffnungsfroh: In Deutschland machten wir die gleichen Fehler wie vor vier Jahren. Mit einem Bein sind wir schon raus aus der WM. Das Spiel gegen Deutschland wird ein Kampf ums Überleben. In der Zeitung Rzeczpospolita hieß es resignierend: Nur Träume sind geblieben.

Der zur Schau gestellte Optimismus einiger polnischen Spieler wirkte nach der schwachen Vorstellung gegen die taktisch disziplinierten und körperlich robusten Ecuadorianer nicht wirklich überzeugend. Trotz der Niederlage sind wir noch nicht aus dem Rennen, sagte Kapitän Jacek Bak und behauptete forsch: Wenn Costa Rica gegen Deutschland zwei Tore schießen konnte, ist das auch für uns im Bereich des Möglichen.

Die eigene Defensive wirkte jedoch ähnlich anfällig wie die der deutschen Mannschaft. Innenverteidiger Bak gab zu: Wir haben zwei dumme Gegentreffer gegen einen mittelmäßigen Gegner hinnehmen müssen. In der Tat wirkte die polnische Verteidigung bei den Toren von Carlos Tenorio (24. Minute) und Agustin Delgado (80.) hilflos.

Während die Mannschaft von Jürgen Klinsmann die Abwehrprobleme mit vier Toren halbwegs kaschieren konnte, fehlte es der polnischen Mannschaft in der Offensive an Durchsetzungsvermögen und Überraschungsmomenten. Erst in der Schlussphase gab es zwei Chancen, als Ireneusz Jelen (85.) und Pawel Brozek (89.) am Torgehäuse scheiterten. Es waren zu viele Fehlpässe aus dem Mittelfeld, monierte Ebi Smolarek. Das Loch war zwischen Mittelfeld und Sturm war zu groß. Der eifrige Offensivspieler von Borussia Dortmund, der sich nicht in Szene setzen konnte, forderte vor seinem Heimspiel am Mittwoch: Wie schwer es auch ist, wir müssen uns jetzt auf das Deutschland-Spiel konzentrieren.

Während die Polen das Ausscheiden am sechsten Tag des Turniers fürchten, dürfen die Ecuadorianer davon träumen, dass bei der zweiten WM-Teilnahme erstmals der Sprung ins Achtelfinale gelingt. Mit der kompakten Abwehr um die starken Innenverteidiger Ivan Hurtado und Giovanny Espinoza und schnellen Kontern erspielten sich die anfangs zurückhaltenden Südamerikaner den verdienten Sieg.

Im Spielverlauf sind meine Jungs immer zuversichtlicher geworden, kommentierte Ecuadors kolumbianischer Trainer Luis Suárez. Ich glaube, wir haben vor allem taktisch sehr gut agiert, das war wichtig. Der Coach warnte vor dem zweiten Gruppenspiel gegen Costa Rica jedoch vor Euphorie. Wir haben noch nicht viel erreicht. Wir müssen uns der Tatsache bewusst sein, dass noch sehr schwere Spiele anstehen. Es wird jetzt nicht leichter, sondern schwerer, weil man jetzt auf uns aufmerksam geworden ist.


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