Berlin - Abseits ist, wenn der Schiedsrichter pfeift. Die deutschen Abwehrspieler warteten gegen Costa Rica vor allem beim zweiten Gegentor vergeblich darauf, dass der Argentinier Horacio Elizondo die einfachste Erklärung für die schwierigste Fußball-Regel umsetzt.
Dabei schien es, als habe Torschütze Paulo Wanchope die Voraussetzung für eine Abseitsstellung erfüllt. Er war erstens beim Zuspiel dichter an Jens Lehmanns Torlinie als der Ball, und zweitens wohl auch als der vorletzte Abwehrspieler Arne Friedrich - was Abseits bedeutet, denn in der Regel heißt es wörtlich: Ein Spieler befindet sich in einer Abseitsstellung, wenn er der gegnerischen Torlinie näher ist als der Ball und der vorletzte Abwehrspieler. Und der vorletzte Abwehrspieler ist in den allermeisten Fällen der letzte gegnerische Feldspieler, da es ja noch einen Torwart gibt, der im Tor steht.
Schon beim 1:1 war Wanchope im Moment des Abspiels vor dem Ball gewesen, doch höchstens genauso weit von der Torlinie weg wie Friedrich. Dann geht es weiter. Obwohl der gepflegte Fußball-Platz in der Voralpen-Metropole München eben ist, wird in diesem Fall von gleicher Höhe gesprochen, was kein Abseits bedeutet. Friedrich rannte zwei Mal hinter Wanchope her, am Ende war es dennoch jeweils dumm für ihn gelaufen. Aber: Auch wer den Ball aus einem Abstoß, einem Einwurf, einer Ecke oder vom Gegner bekommt, kann niemals Abseits sein.
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