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Rummenigges WM: Dominante DFB-Elf | 2006-06-10


München - Deutschlands Fußball-Idol Karl-Heinz Rummenigge berichtet in seiner dpa-Kolumne über die WM-Eröffnungsfeier und das erste Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft:

Ich habe manche Eröffnungsfeier erlebt. Aber die in München hat mich wirklich erfasst. Sie verlief in einer wunderbar stimmigen Atmosphäre, die begeisterte. Und vor wie nach dem Spiel haben sich Menschen - geschminkt, in Trikots, mit Fähnchen ­ in einer fröhlich- ausgelassenen Stimmung gezeigt, so wie man Deutschland im Ausland nicht wahrnimmt. Man hat fast den Eindruck, dass sich die Deutschen selbst neu entdecken.

Und wer vier Tore im Eröffnungsspiel schießt, darf hochzufrieden sein. Denn vor dem Auftakt herrscht immer große Unsicherheit. Du glaubst, du hast alles gemacht. Aber war es auch richtig? Dann trat die deutsche Mannschaft von Beginn an sehr dominant auf. Das Mittefeld hat mit Borowski und Frings (nicht nur wegen seines Tores) gut funktioniert, auch ohne Ballack. Großartig, wie Schweinsteiger im Zusammenspiel mit dem hervorragend aufgelegten Lahm dem Team seinen Stempel aufdrückt. Er hatte gescheite Ideen und unheimlich viele Ballkontakte, weil jeder Mitspieler weiß, bei ihm ist er gut aufgehoben.

Ich stimme nicht in den Chor ein, der auf die Abwehr einprügelt. Doch man hat im Stadion körperlich gespürt, wie ihr das Selbstvertrauen fehlt. Außer Philipp Lahm sind alle verunsichert, von Friedrichs über Metzelder bis Mertesacker. Sie sprechen nicht miteinander. Klar, wer selbst Probleme hat, macht nicht auch noch den Mund auf. So fehlt in der Mitte der Mann, der das Kommando führt. Wie früher Uli Stielike. Kein überragender Spieler, aber er konnte die Abwehr ordnen. Ich glaube, Huth könnte diese Aufgabe übernehmen. Er ist schnell, wuchtig und kopfballstark.

Ich sehe Deutschland schon mit mehr als einem Bein im Achtelfinale. Doch bis dahin, besser schon vorher, muss Klinsmann das Problem Abwehr gelöst haben. Sonst könnte es sich gegen Schweden, England oder Paraguay fatal auswirken. Von einer Vorstellung müssen wir uns auf jeden Fall verabschieden, dass nämlich so genannte kleine Teams wie früher nach 60 Minuten müde werden. Sie spielen heute locker durch. Das hat Ecuador überzeugend vorgeführt.


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