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1:0 gegen Paraguay: Mühsamer Startsieg für England | 2006-06-10


Frankfurt/Main - Ein Eigentor hat England zum erhofften Startsieg bei der Fußball-Weltmeisterschaft verholfen, doch höheren Ansprüchen wurde der selbst ernannte Titelkandidat beim 1:0 (1:0) gegen Paraguay nicht gerecht.

Vor 48 000 Zuschauern in der Frankfurter WM-Arena nahm Carlos Gamarra den sturmschwachen Engländern im ersten Spiel der Vorrunden-Gruppe B das Toreschießen ab, als er in der 3. Minute einen Freistoß von David Beckham per Kopf ins eigene Netz beförderte.

Wenn wir Weltmeister werden wollen, müssen wir besser spielen. Das werden wir tun. Es war ein heißer Tag heute, das hat uns ein bisschen zu schaffen gemacht. Hauptsache gewonnen, sagte Englands Coach Sven-Göran Eriksson, dessen letzte Mission auf der Trainerbank der Three Lions mit dem erwarteten Erfolg begann. Während es für die Südamerikaner im zweiten Turnierspiel in Berlin gegen Schweden bereits um Alles oder Nichts geht, kann England am gleichen Tag mit einem Sieg gegen Trinidad und Tobago in Nürnberg dem angestrebten Gruppensieg schon ganz nahe kommen.

Bei ihrem ersten Turnier-Auftritt konnten die Engländer ihre vollmundige Ankündigung, ein Titelanwärter zu sein, nicht durch Leistung untermauern. Zwar machte das Team auch ohne Stürmerstar Wayne Rooney zur Freude der rund 40 000 mitgereisten Fans mit dem britischen Prinzen William an der Spitze zunächst mächtig Dampf. Doch nach dem bisher schnellsten Turniertor kam bei Erikssons Mannschaft Sand ins Getriebe und machte sich trotz klarer Feldvorteile Ideenlosigkeit breit. Die ersten 35, 40 Minuten haben wir gut gespielt. Aber in der 2. Halbzeit, vor allem gegen Ende, haben wir sehr gelitten, stellte Eriksson fest.

Auch wegen der Hitze schaltete der Favorit gegen einen Gegner, der nur selten über die Rolle eines Sparringspartners hinauskam, auf Schongang um. Das viel gelobte Mittelfeld mit Beckham in seinem 90. Länderspiel, Steven Gerrard und Frank Lampard wurde den hohen Erwartungen nicht gerecht und auch im Angriff lief nichts zusammen. Während Rooney-Vertreter Peter Crouch in der Spitze ständig in Bewegung war, blieb Michael Owen praktisch wirkungslos. Mit Rooney, Rooney-Sprechchören quittierten die englischen Fans den enttäuschenden Auftritt ihrer Mannschaft, in der acht Minuten vor Spielende der Münchner Owen Hargreaves eingewechselt wurde.

Für Paraguay, das vor vier Jahren erst im WM-Achtelfinale an Deutschland gescheitert war, hätte die siebte WM-Teilnahme nicht schlechter beginnen können. Vier Minuten nach dem Eigentor verletzte sich auch noch Stamm-Keeper Justo Villar bei einer Abwehraktion außerhalb seines Strafraums und musste durch Aldo Bobadilla ersetzt werden. Mit einem Muskelfaserriss in der Wade fällt Villar mindestens zwei Wochen und damit für den Rest der Vorrunde aus.

Im deutschen Angriffsduo der Südamerikaner hinterließ der künftige Dortmunder Nelson Valdez einen stärkeren Eindruck als Bayern-Stürmer Roque Santa Cruz, der nach gerade überstandener Innenbandreizung im Knie aber immerhin 90 Minuten lang durchhielt. Doch letztlich fehlte beiden die Durchschlagskraft. Wir hatten auf einen Punkt gehofft, das haben wir leider nicht geschafft, ärgerte sich Valdez. Trainer Anibal Ruiz war dennoch nicht am Boden zerstört. Wir waren gleichwertig, das sollte Motivation für die kommenden Spiele sein. Mit der Leistung bin ich zufrieden, mit dem Ergebnis nicht. Leider haben wir keine Tore geschossen, sagte Ruiz.

Mit ihrer allzu sorglosen Spielweise bauten die Engländer ihren Gegner nach der Pause auf und ermöglichten den Südamerikanern einige Chancen, von denen Carlos Paredes (60.) die größte vergab. Erst in der 73. und 88. Minute machte Englands Offensive bei Schüssen von Lampard noch einmal auf sich aufmerksam.


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