Dortmund - Den Auftritt in Dortmund hatte sich Ebi Smolarek ganz anders vorgestellt. Wenn der polnische Nationalspieler von Borussia Dortmund am 14. Juni in sein Stadion einläuft, dann ist dieses Auswärtsspiel in der Heimat bereits ein Endspiel.
In der Partie gegen die deutsche Nationalmannschaft stehen der Borussia-Profi und seine polnischen Teamkameraden unerwartet früh unter Druck, denn durch den misslungenen 0:2-Start gegen Ecuador droht das schnelle WM-Aus. Jetzt müssen wir unbedingt gewinnen, sagte Smolarek.
Smolarek selbst bezeichnet es als Heimspiel. Im Januar vor einem Jahr kam der 25-Jährige von Feyenoord Rotterdam nach Dortmund und fühlt sich dort total wohl mit den tollen Fans. Vor dem Auftritt mit seinem Nationalteam ist für ihn klar: Es ist ein Traum, ein Heimspiel und ein besonderes Erlebnis - es ist alles drei. Pfiffe von den Dortmunder Fans, die ihn nun das erste Mal im Trikot der Gastmannschaft sehen, erwartet er nicht. Stattdessen sagte er: Es ist schön, auch in Deutschland Fans zu haben. Tatsächlich gehört der quirlige Stürmer zu den Publikumslieblingen in Dortmund.
Die Ausgangslage ist für Smolarek klar. Deutschland ist natürlich Favorit, meinte er: Die spielen zu Hause bei der WM im eigenen Land - und dabei ist Deutschland sowieso einer der Favoriten, die WM zu gewinnen. Der Sieg des Gastgeber-Teams gegen Costa Rica und die eigenen Niederlage gegen Ecuador haben das bestätigt.
In Dortmund trifft er viele Bekannte, auch auf dem Rasen. Sein BVB-Mitspieler Christoph Metzelder ist in der deutschen Innenverteidigung gesetzt, David Odonkor und Sebastian Kehl wurden gegen Costa Rica eingewechselt. Vorteile durch die genaue Kenntnis der deutschen Bundesligaprofis erwartet er jedoch nicht. Natürlich kenne ich die gut, sagte er verschmitzt, aber die kennen mich ja auch. Zu den Schwächen der deutschen Abwehr will der Offensivspieler nicht viel sagen: Das ist bekannt, aber das heißt nicht, dass wir gewinnen werden.
Auf welcher Position er gegen Deutschland auflaufen wird, ist offen. Smolarek, der in der abgelaufenen Bundesliga-Saison 13 Tore erzielte, spielte gegen Ecuador im linken Mittelfeld, sollte aber nicht nur nach Meinung seines Vaters Wlodzimierz in einem 4-4-2- System als Stürmer auflaufen. Smolarek senior weiß, wovon er spricht. Der ehemalige Profi von Eintracht Frankfurt war selber Nationalspieler, WM-Teilnehmer 1982, und er hat seinem Sohn geraten: Ich soll die WM genießen.
Smolarek junior wirkt mit der zuletzt zugeteilten Rolle im Mittelfeld auch nicht glücklich, doch Kritik am umstrittenen Nationaltrainer Pawel Janas äußert er nicht. Dann spiele ich eben auch mal Verteidiger, sagte er. Über die Taktik entscheidet der Trainer. Ob sie falsch ist, müssen andere entscheiden.
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