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Bierhoff fordert Patriotismus von Experten | 2006-06-06


Berlin - Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff hat kurz vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft auch von TV-Experten wie Günter Netzer einen positiven Patriotismus gefordert und besonders Franz Beckenbauer in die Pflicht genommen.

Ich wünsche schon, dass von Seiten des Verbandes und der Bundesliga absolute Unterstützung da ist. Auch ein Franz Beckenbauer als DFB-Präsidiumsmitglied, WM-Chef und Präsident des FC Bayern muss interessiert daran sein, dass die Nationalmannschaft gut spielt, sagte Bierhoff der dpa.

Beckenbauer kommentiert die Spiele der Nationalmannschaft unter anderem als ZDF-Experte sowie als Kolumnist der Bild-Zeitung. Mit seinen Einschätzungen prägt er maßgeblich das Bild der DFB-Elf in der Öffentlichkeit. Bierhoff stellt den ehemaligen DFB-Teamchef darum über andere Ex-Nationalspieler, die während der WM ebenfalls in den Medien Meinung machen. Bei anderen Experten wie Günter Netzer oder Paul Breitner ist es ihr Job, ihre Meinung zu sagen. Ich fordere keine Kritiklosigkeit, aber ich hoffe auch bei diesen Personen auf einen positiven Patriotismus, sagte Bierhoff.

Bundestrainer Jürgen Klinsmann hatte bei seiner ersten Pressekonferenz in Berlin zugegeben, dass die Aussagen der Experten auch bei ihm und seiner Mannschaft Gehör fänden und Wirkung zeigen könnten. Es lässt uns nicht kalt, wer Ratschläge gibt, erklärte Klinsmann. Er versuche, sich dem zu entziehen: Ich lese nichts.

Bei TV-Kommentator Günter Netzer ist Bierhoffs Wunsch schon einmal ungehört geblieben. Trotz der Forderung, positiven Patriotismus zu zeigen, legte sich der 74er Weltmeister auf den neuen Titelträger fest, der seiner Meinung nach der alte sein wird: Brasilien. Ja, es kann eigentlich keinen anderen geben, sagte Netzer in einem Gespräch mit dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB).

Ex-Nationalspieler Thomas Doll, der für den kicker eine WM-Kolumne verfasst, rügte in der aktuellen Ausgabe des Fachblattes das Schlechtreden einiger Experten-Kollegen. Das kommt nicht selten von Leuten, die nach ihrer aktiven Karriere noch nicht viel auf die Stange gebracht haben, kritisierte der Trainer des Hamburger SV. Seinen Experten-Kollegen schrieb Doll ins Stammbuch: Ich denke, wir alle sollten jetzt anfangen, jene Euphorie, die die Fans schüren, mitzutragen. Dieses Schlechtreden ist leider irgendwie typisch deutsch.


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