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Behörden: Sicherheitslage vor WM-Auftakt stabil | 2006-06-07


München - Kurz vor Beginn der Fußball-WM beurteilen die deutschen Behörden die Sicherheitslage als stabil, ohne akute Gefährdung und rundum unter Kontrolle.

Bei der Polizei gab es auch am 7. Juni keine Hinweise auf etwaige Hooligan-Krawalle. Kein Fan müsse sich bei den 48 Vorrundenspielen um seine Sicherheit sorgen, sagte der Leiter des Anti-Hooligan-Lagezentrums in Neuss, Michael Endler.

Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU) sagte in München, es gebe nach wie vor keine konkreten Hinweise für geplante terroristische Anschläge. Beckstein ist derzeit Vorsitzender der Innenministerkonferenz von Bund und Ländern. Kein sportliches Großereignis ist in Sachen Sicherheit je so gut vorbereitet worden wie die Fußball-WM, meinte der bayrische Minister.

Auch das Lage- und Informationszentrum (LIZ) des Bundeskriminalamtes (BKA) in Meckenheim bei Bonn meldete Fehlanzeige mit Blick auf aktuelle Sicherheitsgefährdungen. Das BKA hat in Meckenheim 160 Sicherheitsexperten und -spezialisten für die WM zusammengezogen und sammelt hier alle sicherheitsrelevanten Informationen.

Nach Angaben der Polizei sind von 3500 potenziellen Gewalttätern, die Großbritannien während der WM nicht verlassen dürfen, nur in 180 Fällen die Pässe noch nicht eingezogen. Die fehlenden Reisepässe sind aber kein Indiz dafür, dass ihre Inhaber auf dem Weg nach Deutschland sind, sagte Endler im Neusser Polizeizentrum. Er sei sehr zufrieden mit der Quote.

An der deutsch-tschechischen Grenze wurde bisher neun als gewaltbereit registrierten Hooligans die Einreise verweigert. Erst fünf Hooligans seien trotz Reiseverbotes nach Deutschland gekommen. Für das befürchtete massives Auftreten gewaltbereit polnischer gibt nach Polizeiangaben ebenfalls keine Anhaltspunkte.

300 potenzielle Störer seien durch die namenbezogene Ticketvergabe aussortiert worden, ergänzte der nordrhein-westfälische Innenminister Ingo Wolf (FDP). In NRW hat die Polizei vor der WM mehr als 1900 Störenfrieden am Arbeitsplatz oder daheim einen Besuch abgestattet. 200 der Gewalttäter, die dabei keine Einsicht zeigten, müssen sich nun während der WM regelmäßig bei der Polizei melden. 300 Störern sei der Aufenthalt an bestimmten Orten untersagt worden.

Als abstrakte höhere Gefährdungssituation stufte der Nürnberger Polizeipräsident Gerhard Hauptmannl rpt Hauptmannl den angekündigten Besuch des iranischen Vizepräsidenten Mohammed Aliabadi beim ersten Spiel der Iraner gegen Mexiko am Sonntag ein. Mehrere Organisationen kündigten Demonstrationen gegen die Politik von Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad in Nürnberg an. Ob auch Ahmadinedschad zur WM in Deutschland kommt, blieb weiter unklar. Am Wochenende hatte der international heftig kritisierte Staatschef angekündigt, er kommen, wenn die Mannschaft das Achtelfinale erreicht.

Mit Ratschlägen zur Sicherheit dunkelhäutiger WM-Gäste hat sich am Mittwoch die Internetseite www.prevent-racist-attack.org an die Öffentlichkeit gewandt. Die Internationale Liga für Menschenrechte und andere warnen dabei vor rassistischen Überfällen. Weiter heißt es: Wir raten daher zu besonderer Vorsicht beim Aufenthalt in Ostdeutschland und in Teilen Ostberlins. Gleichzeitig heiße man aber die afrikanischen Brüder und Schwestern zur WM willkommen.


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