Gelsenkirchen - Beim FC Schalke 04 stehen Aufwand und Ertrag weiter in einem krassen Missverhältnis, doch die Bayern-Jagd wird nach dem 1:1 (1:0) gegen Bayer Leverkusen nicht abgeblasen.
Gleichwohl fällt das Zwischenfazit von Trainer Mirko Slomka in der Fußball-Bundesliga ernüchternd aus. Wir haben zu wenig Punkte. Sechs Zähler nach vier Spielen entsprechen nicht unserem Anspruch, bilanzierte der 39-Jährige und schob die in dieser Saison schon oft gehörte Erklärung nach: Wir haben uns erneut viele Chancen erspielt, aus dem Spiel heraus aber wieder kein Tor gemacht.
Auch gegen die Bayer-Profis, die in den ersten 20 Minuten in der Veltins-Arena noch im Tiefschlaf schienen, trat die mangelnde Effizienz der königsblauen Offensivabteilung offen zutage. In der 13. Minute traf der aktive Antreiber Ivan Rakitic nach dem schönsten Spielzug der Partie und mustergültiger Flanke von Gerald Asamoah mit einem Volleyschuss nur den Pfosten. 180 Sekunden später konnte Bayer-Innenverteidiger Karim Haggui das 1:0 durch Nationalstürmer Kevin Kuranyi gerade noch verhindern. Uns hat eine frühes Tor gefehlt, jammerte Slomka, aber wir können es auch nicht herbei zaubern.
So brachte wieder einmal erst eine Standardsituation den Erfolg. Die Schalker Nationalmannschaftsfraktion brach den Bann: Freistoß Christian Pander, Kopfball Kuranyi - Tor. Das 0:1 in der Nachspielzeit der ersten Hälfte passte Bayer-Coach Michael Skibbe gar nicht in den Kram, doch er gab auch zu, dass solche Treffer schwer zu verhindern seien. Wenn der Ball so perfekt in den Strafraum kommt, kann man sich nicht immer gegen ein Tor wehren, meinte Skibbe, der aber monierte: Das vorangegangene Foul war an der Seitenlinie. Doch den Freistoß durfte Pander zehn Meter weiter innen ausführen. Dadurch war er viel gefährlicher.
Die Kritik richtete sich gegen Schiedsrichter Wolfgang Stark aus Ergolding, der darüber hinaus zahlreiche falsche bis umstrittene Entscheidungen traf. Schon in der 11. Minute hätte er Tranqillo Barnetta nach einer Attacke von Jermaine Jones einen Strafstoß zugestehen können, wenn nicht gar müssen. Das war sehr wohl eine Elfmeter, so Skibbe. Dennoch war er froh, dass Theofanis Gekas (53.) kaltschnäuzig zum 1:1 ausglich und es am Ende beim glücklichen Punktgewinn blieb. Auch dank des glänzenden Torhüters René Adler, der weit mehr im Rampenlicht stand als sein Pendant Manuel Neuer. Wir standen in der Schlussphase schwer unter Beschuss. Aber René hat hervorragend gehalten, lobte Skibbe. Seine Bilanz war schließlich mit der des Kollegen Slomka deckungsgleich: Wir sind in Bezug auf die Punktzahl deutlich unter Soll, aber mit aufsteigender Tendenz.
Zu Schalkes mangelnder Torausbeute könnte sich noch ein Abwehrproblem gesellen. Nach dem Ausfall von Marcelo Bordon (Bluterguss) zog sich Mladen Krstajic eine Knieverletzung zu, die eine längere Pause befürchten lässt. Immerhin verrichtete das Ersatz-Duo Heiko Westermann/Dario Rodriguez (Skibbe: Das ist keine B-Abwehr) solide Arbeit. Ob das in zwei Wochen im Gipfeltreffen bei Bayern München reicht? Asamoah bleibt zuversichtlich: Wir können gegen jeden Gegner bestehen. Aber wir müssen endlich punkten.
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