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Weltmeister geht K.o. - DFB-Rivalen hui und pfui | 2007-08-23


Frankfurt/Main - Die deutschen EM-Qualifikations-Gegner wurden in ihren Tests teilweise angezählt, Weltmeister Italien ging sogar zu Boden. Ausgerechnet bei der Generalprobe zur brisanten Neuauflage des WM-Finals gegen Frankreich blamierte sich die Squadra azzurra und erntete dafür in der Heimat heftige Kritik.

Alarmglocken für das Frankreich-Spiel, warnte der Corriere della Sera einen Tag nach dem peinlichen 1:3 in Ungarn. Wir müssen einen Weg finden, denn es ist ein wirklich wichtiges Spiel. Wir können nach keinen Alibis suchen, betonte Italiens Torwart Gianluigi Buffon.

Auch Tschechien, Deutschlands Gruppengegner auf dem Weg zur EURO 2008, musste böse Kommentare nach dem 1:1 bei Mitgastgeber Österreich über sich ergehen lassen. Elend und Verzweiflung!, schrieb die Zeitung Pravo. Während die Kicker aus der Alpenrepublik ihre Torflaute nach 383 Minuten beendeten und auf das Entfachen einer EM-Euphorie hoffen, ließ ein Bundesliga-Legionär EURO-Partner Schweiz jubeln: Leverkusens Tranquillo Barnetta erzielte in Genf beide Treffer zum 2:1 über die Niederlande. Die zuvor nur einmal in sechs Spielen siegreichen Eidgenossen zeigten eine beherzte Leistung. Beim Oranje-Team wurde der unauffällige HSV-Profi Rafael van der Vaart ausgewechselt.

Das hätte sich vielleicht auch Weltfußballer Fabio Cannavaro beim hässlichen K.o. (La Repubblica) für Italien in Ungarn gewünscht. Der zum besten Akteur der WM im vergangenen Jahr gewählte Abwehrchef hatte einen rabenschwarzen Tag erwischt und leitete mit schweren Patzern die Gegentore ein. Im Angriff gelang Bayerns Luca Toni nur ein Abseitstreffer gegen die mutigen Magyaren. Dieses Resultat übertrifft all meine Erwartungen, meinte der überglückliche Coach Peter Varhidi.

Kollege Roberto Donadoni war dagegen die Laune verdorben. Wir haben jetzt 15 Tage Zeit. Das ist nicht viel, aber das, was wir haben, meinte er. An diesem Wochenende startet die Serie A, in zwei Wochen empfängt der Weltmeister in Mailand Vize Frankreich. Voraussichtlich ohne Marco Materazzi, der im WM-Finale Zinedine Zidane zu dessen Kopfstoß-Attacke provoziert hatte. Der Abwehrspieler von Inter Mailand zog sich beim Zusammenprall mit einem ungarischen Spieler eine schwere Prellung und einen Bluterguss im rechten Oberschenkel zu.

Die Franzosen stimmten sich mit einem Sieg auf das Gipfeltreffen der Gruppe B ein, in der die Équipe tricolore mit zwei Punkten vor der Squadra führt. 1:0 hieß es dank eines listigen Freistoß-Treffers von Thierry Henry in der Slowakei, die mit den Bundesliga-Profis Marek Mintal und Robert Vittek (beide 1. FC Nürnberg) sowie Stanislav Sestak (VfL Bochum) angetreten war und in der deutschen Gruppe noch Ambitionen auf ein EM-Ticket hat. Henry, der sein erstes Länderspiel seit dem 7. Februar bestritt, würde mit einem Treffer gegen Italien die nationale Rekordmarke von Michael Platini von 41 Länderspieltoren egalisieren.

Die Slowakei muss sich derweil in zwei Wochen auf starke Iren gefasst machen. Die nicht einmal in Bestbesetzung angetretene Mannschaft von der Insel deklassierte Dänemark auswärts mit 4:0. Robby Keane und Shane Long erledigten die Arbeit im doppelten Doppelpack.

Wehmut kam in Griechenland auf. Neben dem 2:3 des Europameisters in Thessaloniki gegen Spanien schmerzte der endgültige internationale Abschied von Spielmacher und Kapitän Theodoros Zagorakis. Nachdem der 35-Jährige bereits im vergangenen Oktober seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft bekannt gegeben hatte, setzte Otto Rehhagel den Profi vom FC Valencia am Mittwoch noch einmal 18 Minuten ein. Mit 120 Länderspielen ist Zagorakis Rekordhalter in Griechenland.


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