Oberhaching - Von der WM-Form ist die Albirroja noch ein ganzes Stück entfernt, doch die Blitzheilung von Schlüsselspieler Roque Santa Cruz lässt Paraguays Hoffnungen auf eine gelungene Weltmeisterschaft sprunghaft steigen.
Es sieht gut aus, sagte der Angreifer vom deutschen Fußball-Rekordmeister FC Bayern München am Rande des 1:0-Sieges im Testspiel gegen Georgien. Nationaltrainer Aníbal Ruíz hatte den 24-Jährigen wegen dessen Knieverletzung für das WM-Auftaktspiel gegen England abgeschrieben. Doch Santa Cruz meldet sich zurück: Ich glaube, dass es schon gegen England klappt.
Noch absolviert der Bayern-Star zwar Sondereinheiten als Solist, aber spätestens am Wochenende soll er ins Mannschaftstraining zurückkehren. Er macht gute Fortschritte, sagte Teamarzt Osvaldo Pangrazio. Medizinisch spricht im Moment nichts dagegen, dass er gegen England wieder spielen kann. Santa Cruz hatte sich zu Beginn des Trainingslagers im österreichischen Flachau eine Reizung des Innenbands im rechten Knie zugezogen. Die Sorgen in der Heimat um den chronisch verletzungsanfälligen Stürmer, dem im Oktober 2005 nach einem Kreuzbandriss sogar das WM-Aus drohte, sind laut Teamarzt Pangrazio jedoch unbegründet. Es war nur eine leichte Blessur und hatte überhaupt nichts mit der alten Knieverletzung zu tun.
Die gute Nachricht aus der medizinischen Abteilung drängte auch das eher mühsame 1:0 im vorletzten WM-Test der Paraguayer gegen Georgiens Nationalteam in den Hintergrund. Ohne Santa Cruz, der bei den Südamerikanern zumeist die Rolle hinter den Spitzen einnimmt, fehlte es der Albirroja bei der Partie im österreichischen Dornbirn an Ideen im Spielaufbau. Wir sind noch nicht so weit. Unsere Beine sind schwer vom Training, sagte Torschütze Nelson Valdez.
Erstaunliche Schwächen offenbarte auch das Paradestück der Paraguayer: Die Defensive, in der Vergangenheit Erfolgsgarant und Markenzeichen des Teams, wirkte gegen die quirligen Georgier anfällig und unkonzentriert. Georgiens Trainer Klaus Toppmöller sprach seinem Kollegen Ruíz dennoch Mut zu: Es wird sehr schwer sein, bei der WM gegen Paraguay Tore zu erzielen.
Angesichts des eher mäßigen Auftritts ließ El Mano (Bürschchen) Ruíz nach dem Spiel aber offen, ob die 6500 Zuschauer vor der schmucken Bergkulisse in Dornbirn bis auf Santa Cruz schon die WM- Startelf der Paraguayer gesehen hatten. Wir müssen noch einiges besser machen, grummelte der 63-Jährige. Sein Hoffnungsträger ließ sich aber nicht beirren. Wir haben ja noch ein bisschen Zeit. Aber die Spannung bei uns steigt und steigt, sagte Santa Cruz.
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