Billerbeck - Ohne den nachnominierten Trainer-Sohn Dusan Petkovic, aber mit den WM-Hoffnungen zweier Nationen im Gepäck ist die Mannschaft von Serbien-Montenegro in Deutschland eingetroffen.
Drei Tage nach der Unabhängigkeitserklärung Montenegros bezog das Zwei-Nationen-Team sein WM-Quartier im westfälischen Billerbeck. Dort wartete die serbische Delegation mit einer großen Überraschung auf: Der ehemalige Bundesliga-Profi Dusan Petkovic (1. FC Nürnberg, VfL Wolfsburg), der für den verletzten Mirko Vucinic ins Team gerückt war und auch am Trainingslager in Kärnten teilgenommen hatte, gab seinen kurzfristigen Verzicht auf die Weltmeisterschaft bekannt.
Wir wollen nicht lügen. Dusan ist nicht verletzt. Wir können daher wohl keinen anderen Spieler nominieren, sagte der serbische Verbands-Pressesprecher Aleksandar Boskovic nach dem ersten Training. Zuvor hatten die Team-Verantwortlichen das abrupte WM- Aus des Sohnes von Cheftrainer Ilija Petkovic nicht kommentieren wollen. Er ist heute Morgen zurück nach Serbien geflogen, hatte Mladen Krstajic vom Bundesligisten FC Schalke 04 der dpa nach der Ankunft in Billerbeck bestätigt. Da Dusan Petkovic nicht verletzt ist, darf der Verband wohl keinen anderen Spieler nachnominieren. Somit wird Serbien-Montenegro bei der WM wahrscheinlich als einziges Team mit nur 22 Akteuren antreten.
In den vergangenen Tagen war die Entscheidung von Trainer Ilija Petkovic, seinen Sohn Dusan in den WM-Kader zu berufen, scharf kritisiert worden. Serbische Medien hatten die Familienangelegenheit als Vetternwirtschaft und Eigentor bezeichnet. Ebenso drastisch hatte sich Dragan Stojkovic, ehemaliger Kapitän der jugoslawischen Nationalelf, ausgedrückt: Diese Berufung ist ein Skandal.
Krstajics Blick war unterdessen bereits auf den WM-Auftakt gegen die Niederlande in Leipzig gerichtet. Wir hatten eine Top-Vorbereitung und alle sind verletzungsfrei. Wir wollen das erste Spiel auf keinen Fall verlieren, sagte Krstajic. In der Gruppe C trifft Serbien-Montenegro noch auf Argentinien und die Elfenbeinküste. Bei der Weltmeisterschaft gibt die Petkovic-Elf ihre Abschiedsvorstellung, da sich der serbische und der montenegrinische Fußball-Verband nach der WM trennen werden.
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