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Erneut Unsicherheit um Togos Trainer | 2006-06-13


Frankfurt/Main - 90 Minuten vor der WM-Premiere gegen Südkorea in Frankfurt/Main war wieder unsicher, wer auf der Trainerbank der togoischen Fußball-Nationalmannschaft sitzen wird.

Nach der Ankunft eines hohen Regierungsvertreters aus dem westafrikanischen Land in der hessischen Metropole soll es nach dpa-Informationen zu Auseinandersetzungen innerhalb des togoischen Verbandes gekommen sein. Wir sind in einer Sitzung, sagte der Verbandssprecher, Messan Attolou, auf dpa-Anfrage.

Der am 9. Juni zurückgetretene, am 12. Juni aber wieder in sein Amt zurückgekehrte deutsche Chefcoach Otto Pfister war nicht zu erreichen. Nach dpa-Informationen saß der 68-Jährige allerdings im Mannschaftsbus und soll gegen Südkorea auch auf der Bank Platz nehmen

Er wird gegen Südkorea auf der Bank sitzen und ist während der gesamten Weltmeisterschaft unser Trainer, hatte Pressesprecher Messan Attalou der dpa am Vortag gesagt. Zudem sei eine Lösung mit den Spielern über die Prämien gefunden worden. Verhandlungen mit Winfried Schäfer waren zuvor ohne Ergebnis geblieben.

Togos Fußball-Funktionäre hatten ben damit auch die eigenen Reihen überrascht. Ich weiß nicht davon, dass Otto Pfister zurück kommt, sagte Interimstrainer Mawuena Kodjovi, der die Mannschaft seit Pfisters Rücktritt betreut hatte, nach dem Abschlusstraining in Frankfurt am Main. Ich hoffe und glaube, dass ich gegen Südkorea auf der Bank sitze.

Kodjovi, der dritte Co-Trainer, hatte vorübergehend die Mannschaft betreut. An ihm ließ Schäfer kein gutes Haar. Der Co-Trainer hat hinten rum so viel Druck gemacht, das ist Wahnsinn. Innerhalb des Verbandes ist so ein Theater, das ist schon ein Risiko, dahin zu gehen, sagte Schäfer, der in Kamerun 2002 bereits ein afrikanisches Team bei einer WM betreut hatte. Über den vom togoischen Technischen Direktor ins Spiel gebrachten Deutschen mit Vornamen Christoph meinte er: Der ist seit Wochen in Wangen im Allgäu und erzählt, er wäre mein Co-Trainer. Die Welt ist verrückt.

Pfisters Sohn erklärte, die Kehrtwende sei auf massive Intervention der Spieler zu Stande gekommen. Togos Verbandspräsident Balakiyem Rock Gnassingbe - ein Bruder des Staatspräsidenten - habe zudem ein Fax an seinen Vater geschickt, das die Zusicherung der von Otto Pfister gestellten Bedingungen enthielt. Der 68-Jährige hatte am 9. Juni das togoische Teamquartier in Wangen im Allgäu verlassen und anschließend von der Zerstörung eines Lebenstraums gesprochen. Otto Pfister war erst im Februar Nachfolger von Stephen Keshi geworden, der nach dem sieglosen Aus beim Afrika-Cup entlassen worden war.

Wegen der Trainerposse ist das Sportliche beim WM-Neuling völlig in den Hintergrund geraten. Weil unklar ist, wer die Mannschaft aufstellt, stehen taktische Ausrichtung und Aufstellung der Mannschaft nicht fest. Immerhin ist der lange im Raum stehende Boykott des ersten WM-Spiels vom Tisch. Dies hatte Starspieler Emmanuel Adebayor vom FC Arsenal bereits zuvor erklärt.

Südkorea hingegen kann sich voll und ganz auf das sportliche Geschehen konzentrieren. Alle sind fit. Das ist das Wichtigste, sagte Coach Dick Advocaat. Das Theater beim Gegner müsse kein Vorteil sein: Ein Team kann durch so etwas ja auch noch enger zusammen wachsen. Die Spieler jedenfalls strotzen nur vor Selbstbewusstsein.

Wir sind bei dieser WM kein Außenseiter. Wir hoffen, dass wir noch besser sein können als 2002, sagte Mittelfeldstar Ji-Sung Park von Manchester United. Damals wurde Südkorea nach einem 0:1 im Halbfinale gegen Deutschland Vierter. Das 1:3 im letzten WM-Test gegen Ghana nahm Advocaat locker: Da hatten meine Spieler noch keine Form.


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