Düsseldorf - In dunkelblauer Uniform stehen sie an den Eingängen, die schwarze Sonnenbrille wird wohl nicht fehlen: Bei der Fußball-WM werden rund 20 000 private Sicherheitsleute Stadien, Trainingsplätze und Hotels bewachen.
Mit schwarzen Sheriffs, wie sie früher genannt wurden, soll das jedoch nicht mehr viel zu tun haben. Wir hoffen, bei der WM neue Qualitätsstandards setzen zu können, sagt Harald Olschok, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Wach- und Sicherheitsunternehmen (BDWS). Daher werden die rund 15 000 privaten Sicherheitsleute, die allein in den Stadien eingesetzt werden, extra für die WM in punkto Höflichkeit geschult.
Auch beim Schutz der Teamquartiere werden private Sicherheitsfirmen eingesetzt. Etwa 3000 Ordner sind dafür eingeplant, auch wenn Olschok den Begriff nicht gern hört. Denn die Aufgaben gehen oft über das Ordnen hinaus. Bereits vor dem Stadion kontrollieren wir die Besucher auf Waffen und gefährliche Gegenstände. Auch bei der Ticketkontrolle und im Service werden die Helfer eingesetzt, ebenso gehören Personen- und VIP-Betreuung oder der Schutz der Fahrten mit dem Mannschaftsbus dazu.
Allerdings sind auch dem Sicherheitspersonal Grenzen gesetzt. Ein Sicherheitsdienst darf nicht hoheitlich tätig werden, betont Wolfgang Beus, Sprecher des nordrhein-westfälischen Innenministeriums. Die Mitarbeiter dürften einen Täter nach einer Straftat zwar festhalten, müssten aber umgehend die Polizei rufen. Sie haben nicht mehr Befugnisse als jeder andere Bürger auch.
Dennoch wächst die Sicherheitsbranche stetig. Das subjektive Sicherheitsgefühl bei Veranstaltungen und auch im Privatleben wird vielen immer wichtiger. Mittlerweile sind nach Angaben des BDWS in der privaten Sicherheitswirtschaft rund 180 000 Mitarbeiter beschäftigt. Allein für die WM erwartet der Verband Umsätze in Millionenhöhe. Nach Angaben des WM-Organisationskomitees beträgt der WM-Etat für Personal der Sicherheits- und Ordnungsdienste rund 30 Millionen Euro. Ein großer Teil geht an die schwarzen Sheriffs.
Das Image von Schläger-Trupps sei schon lange nicht mehr aktuell - im Gegenteil, meint Olschok. Für eine bestimmte Art von Fans könnten die grünen Uniformen der Polizei aufreizend wirken. Eine Frau vom privaten Sicherheitsdienst wirke hingegen deeskalierend.
Auch die hunderten Public-Viewing-Plätze mit Großleinwänden werden vorwiegend von privatem Sicherheitspersonal überwacht. Im Gegensatz zu Stadien, Teamhotels und Trainingsplätzen müssen hier aber die einzelnen Veranstalter für die Kosten aufkommen und nicht das WM-Organisationskomitee.
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