Frankfurt/Main - Zwei Jahre lang hat Markus Merk auf diesen Moment hingearbeitet, am 11. Juni um 15.00 Uhr ist es endlich so weit: Bei der Partie Niederlande gegen Serbien-Montenegro wird der Unparteiische aus Kaiserslautern zum ersten Mal in seiner Erfolgskarriere ein WM-Spiel vor heimischer Kulisse leiten.
Ich möchte ein unauffälliger Teil eines Klassespiels sein, formulierte der 44-Jährige sein persönliches Ziel für die Begegnung in Leipzig. Obwohl es für Merk kein Einsatz wie jeder andere ist, will er die Bedeutung nicht überhöhen. Ich bin nicht nervös und gehe mit der gleichen Einstellung wie immer in die Partie, denn ich habe über die vielen Jahre große Erfahrung gewonnen. Aber das Feuer brennt. Es ist toll, dass die WM für uns so früh los geht, sagte Merk.
Seit zehn Tagen ist er mit seinen Assistenten Christian Schräer (Emsdetten) und Jan-Hendrik Salver (Stuttgart) im WM-Quartier in Neu- Isenburg kaserniert. Kein Wunder, dass der eloquente Zahnarzt auf seinen Einsatz brennt. Jeder freut sich, wenn er endlich auf den Platz kommt. Ich will das umsetzen, was ich in den vergangenen zwei Jahren gelernt habe, erklärte Merk.
Der erfahrene Referee weiß aber auch um die Tücken des Geschäfts. Nach den Skandalen im eigenen Land und in Italien steht seine Gilde unter besonderer Beobachtung. Wenn es zwei, drei schlechte Spiele gibt, wird es wieder heißen: Typisch die Schiedsrichter. Das wollen wir vermeiden. Es gibt kein Spiel, das wir nicht leiten können. Aber ich weiß auch, was alles passieren kann, sagte Merk.
Seit Jahren gehört der Pfälzer zur Elite der schwarzen Zunft. Höhepunkte waren seine Einsätze im Champions-League-Finale 2003 Juventus Turin gegen AC Mailand und im EM-Finale 2004 zwischen Griechenland und Portugal. Besondere Wünsche für die Heim-WM wie einen Auftritt im Endspiel oder in seiner Heimatstadt äußert der Welt-Schiedsrichter 2005 öffentlich allerdings nicht. Die Zeit der Träume ist vorbei. Das liegt nicht in meinem Entscheidungsbereich. Für mich zählt nur noch harte Arbeit.
Und fehlerfreie, damit der Premiere noch viele Einsätze vor heimischem Publikum folgen. Jeder hat das Ziel, möglichst lange im Turnier zu bleiben. Das gilt für die Mannschaften wie für die Schiedsrichter. Wir sind jedoch von vielen Dingen abhängig. In erster Linie vom Abschneiden des eigenen Teams, aber auch von politischen und geographischen Gesichtspunkten, sagte Merk.
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