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Capello schwört Treue und verteidigt Moggi | 2006-05-29


Turin - Trainer Fabio Capello hat dem Skandal-Club Juventus Turin die Treue geschworen, den mutmaßlichen Drahtzieher Luciano Moggi in Schutz genommen und den Manipulations-Skandal um den italienischen Rekordmeister heruntergespielt.

Moggi hat allenfalls oberflächliche Vergehen begangen, sagte der 59-jährige Erfolgscoach der La Gazzetta dello Sport. Juve hat keine Spiele gekauft, betonte Capello. Seiner Meinung nach werde Juve deshalb auch nicht zum Zwangsabstieg verurteilt, sondern schlimmstenfalls mit Punktabzug bestraft. Er selbst werde dem Club in der Serie A treu bleiben, sagte Capello, der ein Angebot von Real Madrid bestätigte. Ob er den Turinern jedoch auch bei einem Zwangsabstieg in die Serie B folgen würde, ließ Capello offen.

Für Capello scheint der Wirbel um Juve wie ein Sturm im Wasserglas. Das ist eine Anti-Juve-Kampagne, behauptete Capello. Seinen Optimismus über Juves Zukunft teilen nur wenige. Sechs Staatsanwaltschaften tragen fast täglich neue Hinweise auf eine systematische Manipulation der italienischen Serie A zu Gunsten der Turiner durch Ex-Juve-Manager Moggi zusammen.

Zuletzt vernahm die federführende Staatsanwaltschaft in Neapel den Besitzer und Ehrenpräsidenten des AC Florenz, Diego Della Valle. Wir sind Opfer, betonte Della Valle vor dem Verhör, dass sein Club mit den mutmaßlichen Machenschaften der als Fußball-Mafia bezeichneten Gruppe um Moggi nichts zu tun habe.

Neben Juve und Florenz sind auch der AC Mailand und Lazio Rom im Visier der Ermittler. Lazio-Präsident Claudio Lotito wird am 31. Mai zur Vernehmung in Neapel erwartet. Wie die Florentiner bezeichnen sich auch die Römer als Opfer und nicht als Täter im italienischen Fußball-Skandal. Nach Angaben des italienischen Fernsehens soll der zurückgetretene Fußballverbandspräsident Franco Carraro einen TAg vorher in Neapel verhört werden.

Unterdessen läuft auch die Arbeit des Ermittlungsbüros des italienischen Fußballverbands (FIGC) auf Hochtouren. Nach Medienberichten soll Moggi nach seiner anfänglichen Weigerung über eine Kooperation mit den FIGC-Ermittlern nachdenken. Wir prüfen dies, sagte Moggis Anwalt.

Auch die Staatsanwaltschaft Turin setzte ihre Ermittlungen wegen mutmaßlichen Bilanzfälschung durch den zurückgetretenen Juve-Geschäftsführer Antonio Giraudo fort. Die Finanzpolizei durchsuchte die Geschäftsstelle des Zweitligisten Catania und beschlagnahmte Spielerverträge.


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