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Eriksson erwägt Rooney-Einsatz - Schweden gefordert | 2006-06-14


Berlin - In Englands Team hängt vor dem WM-Duell gegen die Karibik-Kicker aus Trinidad und Tobago der Haussegen schief. Die Stunde der Wahrheit schlägt auch für die Schweden, die nach dem verpatzten 0:0-Auftakt im zweiten Spiel gegen Paraguay unbedingt drei Punkte einfahren müssen.

Englands Trainer Sven-Göran Eriksson erwägt trotz der Bedenken des Verbandes einen Einsatz des 20-jährigen Wunderstürmers Rooney im Spiel gegen Trinidad und Tobago. Ich werde noch eine Nacht drüber schlafen und am Spieltag über einen Einsatz entscheiden, sagte der Schwede. Ein Platz in der Startelf sei ausgeschlossen. Rooney käme allenfalls als Einwechselspieler in Frage, sagte Eriksson.

Mit der überraschenden Ankündigung auf der Pressekonferenz in Nürnberg ging Eriksson auf Konfrontationskurs mit dem englischen Verband FA. Aus Sorge um gerichtliche Folgen hatte die FA englischen Medienberichten zu Folge ein überstürztes Rooney-Comeback abgeblasen. FA-Chef Brian Barwick habe nach Gesprächen mit Manchester United in der Nacht zum Mittwoch zu einem Verzicht auf Rooney gedrängt. Rooney hatte sich am 29. April den rechten Fuß gebrochen hatte und erst seit sechs Tagen wieder voll trainiert.

Die Stimmung im Lager der Briten hatte auch Stürmerstar Michael Owen getrübt. Er hatte sich lautstark über seine Auswechslung beim dürftigen Start gegen Paraguay (1:0) beklagte.

Trotz der dicken Luft im Camp Bühlertal geben sich die Engländer zuversichtlich. Ob mit oder ohne Wayne, wir sind bereit. Das ganze Land steht hinter uns und wir werden die Erwartungen unserer Fans nicht enttäuschen, versprach Kapitän David Beckham vor dem Spiel. Mit einem Sieg gegen den Underdog aus der Karibik kann England vorzeitig den Einzug ins Achtelfinale perfekt machen. Jedoch hat das überraschende 0:0 der Soca Warriors gegen Schweden das Team vorsichtig gemacht. Große Sprüche beim Favoriten blieben daher aus.

Ärger gibt es auch vor dem vorgezogenen Finale der Gruppe B zwischen Schweden und Paraguay, nachdem schwedischen Journalisten wegen angeblich reißerischer Berichte trotz FIFA-Rüge erneut vom öffentlichen WM-Training der Südamerikaner in Oberhaching ausgeschlossen wurden. Bei den Tre Kronor beschwören indes alle, dass der Kabinen-Konflikt zwischen Kapitän Olof Mellberg und Fredrik Ljungberg nach der Nullnummer zum Auftakt ausgeräumt sei.

Es war nichts Großes, und jetzt ist es vorbei, meinte Coach Lars Lagerbäck. Wir denken jetzt nur daran, die Gruppenphase zu überstehen, meinte er vor der Partie in Nürnberg, in der nur der Sieger die Chance auf die Runde der letzten 16 wahrt. Bei Paraguay fällt Stammkeeper Justo Villar wegen Muskelfaserrisses für die gesamte WM aus, auch Bayern-Akteur Julio dos Santos zählt nicht zur ersten Elf.

Völlig entspannt ist hingegen weiter die Situation beim Team Ecuadors. Mit Volldampf steuert die Tri im Vergleich gegen Costa Rica dem Achtelfinale und damit dem größten Erfolg ihrer 82-jährigen Fußball-Geschichte entgegen. Da den Ticos im emotionsgeladenen Latino-Kampf in Hamburg schon das frühe Aus droht, gibt es genügend Zündstoff. Wir lassen uns trotz des Riesendrucks, unbedingt gewinnen zu müssen, nicht verrückt machen, sagte Costa Ricas Spielmacher Walter Centeno.


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