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WM-Barometer | 2006-06-15


Welches Top-Team spielt schon auf weltmeisterlichem Niveau, welcher Trainer muss noch an seinem Kader feilen? Im WM-Barometer sind die acht vermeintlich stärksten Mannschaften der Endrunde in Deutschland (9. Juni bis 9. Juli 2006) mit ihrem aktuellen Leistungsstand dargestellt.

WM-Gastgeber Deutschland ist mit zwei Siegen beeindruckend in das Turnier gestartet. Nach dem 4:2-Eröffnungssieg gegen Costa Rica wurde in erster Linie die Offensivkraft der deutschen Mannschaft gelobt. Beim 1:0 gegen Polen zeigte das Team von Bundestrainer Jürgen Klinsmann zwei weitere wichtige Qualitäten: Eine Abwehr, die kein Gegentor kassiert, und vor allem eine unerschütterliche Moral. Eine erfreuliche Erkenntnis ist zudem, dass auch als Ergänzungsspieler geltende Akteure wie Odonkor und Neuville einem Spiel den entscheidenden Impuls geben können.

Beruhigend für die Klinsmänner: Selbst das mit Superstars gespickte Ensemble von Titelverteidiger Brasilien hat noch Abstimmungsprobleme. Bei ihrem ersten WM-Auftritt mühte sich die Mannschaft von Trainer Carlos Alberto Parreira ohne südamerikanischen Ballzauber zu einem 1:0-Erfolg über Kroatien. Weltfußballer Ronaldinho mühte sich zwar nach Kräften, blieb aber über weite Strecken ebenso glücklos wie seine hoch gehandelten Kollegen.

Mit Frankreich blieb auch der Weltmeister von 1998 ein Ausrufezeichen hinter seinen Titelambitionen vorerst schuldig. Im Gegenteil: Beim enttäuschenden 0:0 gegen die Schweiz entging die Equipe Tricolore nur mit Mühe einem Fehlstart wie beim peinlichen und torlosen Vorrunden-Aus vor vier Jahren.

Immer besser in Schwung kommt auch der zweite Titelaspirant aus Übersee, die Argentinier. Mit dem Auftaktsieg gegen die Elfenbeinküste konnte das Team von Trainer José Pekerman seinen Finalanspruch unterstreichen.

Ganz viel Luft nach oben hat das britische Team von Trainer Sven-Göran Eriksson: Trotz des bärenstarkes Mittelfeldes um Frank Lampard und David Beckham und des Comebacks von Wayne Rooney enttäuschten die Engländer in ihren ersten beiden Gruppenspielen. Allein die Punkteausbeute stimmt.

Souverän und mit einem glänzend aufgelegten Arjen Robben präsentierten sich die spielstarken Holländer von Bondscoach Marco van Basten bei ihrem Auftaktsieg gegen die Defensivspezialisten aus Serbien-Montenegro schon eher in der Verfassung eines Titelkandidaten.

Ein besonders großer Stein dürfte nach dem Auftaktsieg gegen Ghana den Italienern vom Herzen gefallen sein. War die Vorbereitung vor allem von dem Skandal um die dunklen Machenschaften in der heimatlichen Serie A überschattet, kann die Squadra Azurra endlich mit Toren sportliche Schlagzeilen schreiben. Gebt uns die Freude am Fußball zurück, hatte eine Zeitung in der Heimat gefleht. Der erste Schritt ist getan.

Die Spanier katapultierten sich nach dem überzeugenden 4:0 Auftakt gegen die Ukraine auf dem Barometer weit nach oben. Konnte man vor der WM die Form der Iberer noch schwer einschätzen, demonstrierten sie gleich in ihrem ersten Spiel Torgefährlichkeit, Zweikampfstärke und Teamgeist.

(Stand Juni 2006)


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