Zwanziger: Klinsmann entscheidet über Bleiben | 2006-06-16
Berlin - Nach dem Musterstart der deutschen Nationalmannschaft in die WM-Endrunde steigen die Sympathien für Bundestrainer Jürgen Klinsmann weiter an. Die Deutsche Presse-Agentur sprach mit DFB-Präsident Theo Zwanziger über die WM und Klinsmanns Zukunft.
dpa: Ein Drittel des Turniers ist bereits Vergangenheit. Sind Sie als Organisator zufrieden?
Zwanziger: Sehr. Natürlich gibt es immer Dinge, die man noch besser machen kann. Doch Perfektionismus ist nicht unser Ziel. Die zwei Flitzer-Fälle machen uns Sorgen. In Stuttgart ist bei einem Spiel das Ticketsystem zeitweise ausgefallen. Insgesamt geht es nun darum, nicht oberflächlich zu werden, nicht nachzulassen. Bei allen Problemen um die Tickets: Alle Stadien sind zu nahezu hundert Prozent gefüllt, mehr geht kaum. Unser Oberorganisator Horst R. Schmidt hat größtes Lob verdient.
dpa: Die deutsche Nationalhymne wird inbrünstig mitgesungen - überall eine riesige Begeisterung mit Schwarz-Rot-Gold. Eine Patriotismus-Debatte ist in vollem Gange.
Zwanziger: In einer Demokratie ist Patriotismus das Zeichen einer normalen Grundhaltung. Wir dürfen stolz sein auf uns, auf das vereinte Deutschland und auf das, was die Väter-Generation nach dem Krieg geschaffen hat. Patriotismus heißt nie, sich über jemanden erheben zu wollen. Ich kann nirgends nationalistische Tendenzen erkennen. Und dort, wo sie wie bei der NPD-Demonstration in Gelsenkirchen mit wenigen Hunderten in Erscheinung getreten sind, hat es unter stärkster Beteiligung eine Gegendemonstration gegeben - als notwendige Relativierung.
dpa: Als sportliche Voraussetzung für ein Bleiben von Jürgen Klinsmann als Bundestrainer hatten Sie das Erreichen des Achtelfinales angegeben. Das ist nun geschafft. Bleibt Klinsmann?
Zwanziger: Das ist im Augenblick überhaupt kein Thema. Das ist auch wesentlich die Entscheidung von Jürgen Klinsmann.