Hamburg - Zur Fußball-WM könnte in vielen deutschen Familien der Haussegen schief hängen: Jeder sechste deutsche Fan (17 Prozent) wird während der Weltmeisterschaft nach eigener Aussage seine Familie vernachlässigen.
Im Verhältnis zur Arbeit liegt König Fußball noch weiter vorn: Hier äußerte jeder dritte Fan (34 Prozent), er werde dem Fußball mehr Aufmerksamkeit schenken als seinem Job oder seiner Ausbildung. Am fußballverrücktesten sind einer internationalen Umfrage des Online-Fußball-Manager-Spiels Hattrick die Engländer: 50 Prozent der Fans von der Insel werden nach eigener Aussage für den Fußball den Beruf vernachlässigen und 43 Prozent glauben, dass die Familie unter dem Fußballkonsum leiden wird.
Das kostenlose Portal Hattrick hatte für die Studie The Global Football Monitor 2006 Anfang Mai seine 850 000 Nutzer in 108 Ländern befragt und mehr als 196 000 Antworten bekommen, wie mitgeteilt wurde.
Die Frage nach dem künftigen Weltmeister beantwortet die weltweite Fangemeinde eindeutig: 54 Prozent sehen Brasilien vorn. Abgeschlagen folgen Argentinien (acht Prozent), Italien (sieben) und Deutschland (sechs). Von den deutschen Fans traut immerhin jeder Vierte (26 Prozent) dem eigenen Team den Titelgewinn zu.
Auch der Torschützenkönig kommt demnach aus Brasilien: Superstar Ronaldinho sehen 24 Prozent der Fans aus aller Welt vorne, vor dem Franzosen Thierry Henry (14) und Ronaldinhos Teamkollegen Ronaldo (zehn). Miroslav Klose, der bei der WM 2002 immerhin fünf Treffer erzielte, kommt mit gerade einmal drei Prozent auf Rang acht; von den eigenen Fans sehen 22 Prozent Klose vorn.
Doch die WM ist nicht nur ein Fußballfest, sondern auch ein Milliardengeschäft. Viele Fans sind jedoch von der fortschreitenden Vermarktung ihres Lieblingssports genervt. Jeder dritte deutsche (32 Prozent) und argentinische (33) Fan sagte, die Kommerzialisierung habe seine Fußballbegeisterung gebremst. Nur in Italien äußerten sich mit 40 Prozent noch mehr Fans in diese Richtung.
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