München - Der TSV 1860 München thront trotz des ersten Dämpfers weiter an der Spitze - beim Aufstiegsfavoriten 1. FC Köln hält der Ärger mit den Schiedsrichtern an.
Co-Trainer Roland Koch musste sich nach dem 1:1 (0:0) im Zweitliga-Spitzenspiel bei den Löwen sichtlich beherrschen, um nach der Zwei-Spiele-Sperre für seinen Chef Christoph Daum ja keine weitere Bestrafung durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) zu riskieren. Zum Elfmeter werde ich nichts sagen. Dazu werde ich mich erst nach dem nächsten Spiel auslassen, erklärte Koch vielsagend zum umstrittenen Foulelfmeter für die Löwen, der die Kölner heftig in Wallung versetzte.
Über eine Stunde lang hatte der in Loge 98 der Allianz Arena sitzende Daum stolz darauf sein können, wie sein Team ohne ihn auf der Trainerbank vor 50 400 Zuschauern das Spiel dominierte (Koch) und durch den aus disziplinarischen Gründen zunächst auf die Bank verbannten Angreifer Milivoje Novakovic (67.) auch verdient führte.
Doch dann trat Schiedsrichter Manuel Gräfe (Berlin) in Aktion: Erst ließ er nach einem Trikotzupfer von Löwen-Spieler Timo Gebhart gegen Patrick Helmes das Spiel weiterlaufen, obwohl Assistent René Hammer die Fahne hob. Beim Münchner Gegenzug folgte dann der fragwürdige Pfiff: Der Kölner Abwehrspieler Youssef Mohamad traf im Strafraum den Ball, aber auch die Beine von Gegenspieler Gebhart. Gregg Berhalter verwandelte eiskalt (78.), Kölns Nationalspieler und Kapitän Helmes schimpfte empört über zwei geklaute Punkte.
Tribünen-Zwangsgast Daum sagte gar nichts, und auch FC-Manager Michael Meier blieb in Deckung. Wir haben genug Schelte bezogen. Koch ärgerte sich über zwei verlorene Punkte, durch die der Kölner Rückstand von drei Zählern auf Tabellenführer 1860 (10) gewahrt blieb. Trotz des Kommunikationsverbots mit Daum kurz vor und während des Spiels hatte die Zusammenarbeit zwischen Chef und Assi offenbar funktioniert, wie Koch meinte: So ein Spiel entscheidet man nicht kurz vor dem Spiel oder in der Pause. Das bereitet man vor.
Die Kölner waren tatsächlich so gut auf die Münchner eingestellt, dass diese am Ende trotz der ersten Punkteinbuße nach zuvor drei Siegen jubelten. Ein Riesenkompliment, wie die Mannschaft nach dem 0:1 zurückgekommen ist. Wir sind hochzufrieden mit dem Punkt, sagte Trainer Marco Kurz. Die lange zahmen Löwen legten erst nach dem Rückstand ihre Hemmungen ab und den Vorwärtsgang ein, verdienten sich mit ihrer Willenskraft das 1:1. Dieser Punkt ist Gold wert, sagte Kapitän Danny Schwarz und sprach von einem Reifeprozess seines Teams: Dieses Spiel hätten wir letztes Jahr noch verloren.
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