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Deutschland-Double gewinnt TV-Generalprobe | 2006-06-05


München - Auftaktgegner Costa Rica bezwungen, die Fans begeistert und Fernseh-Teams aus aller Welt zufrieden gestellt: Bei der TV-Generalprobe für das Eröffnungsspiel der Fußball-WM haben schwäbische D-Junioren ihren Vorbildern aus der DFB-Elf eine gelungene Vorlage geliefert.

Es wäre nicht schlecht, wenn unsere Nationalelf das am Freitag nachmacht, sagt Nachwuchstalent Andreas Buchta vom Deutschland-Double JFG Günz nach der TV-Simulation im Münchner WM-Stadion. Fernsehstationen von Brasilien bis Japan nutzen die halbstündige Partie zwischen dem Team aus Günz (Landkreis Günzburg) und dem FSV Großaitingen (Landkreis Augsburg) zur Trockenübung für das WM-Auftaktspiel. Bei einem Wettbewerb des WM-Organisationskomitees hatten die beiden schwäbischen Jugendmannschaften die Hauptrolle bei der TV-Probe gewonnen. Der mit der Produktion der WM-Live-Bilder beauftragte Host Broadcasting Service (HBS) brachte alle 25 Kameras in Stellung. Das Team um Regisseur Francois Charles Bideaux liefert seinen TV-Partnern das komplette WM-Programm inklusive Zeitlupen, Datenmaterial und Interviews nach dem Schlusspfiff.

Das ist das erste Mal, das uns so etwas vor einem Turnier angeboten wird, erklärt ZDF-Reporter Béla Réthy, der das WM-Eröffnungsspiel kommentieren wird und wie viele Kollegen schon einmal seinen Platz auf der Tribüne inspiziert. Wir kennen noch nicht alle Knöpfe. Aber bis zum Freitag haben wir es raus, sagt Réthy. Via Kopfhörer und Mikrofon hält er Kontakt mit der ZDF-Sendezentrale in Berlin. So können wir den Ablauf der Übertragung in Kompaktform durchspielen. Und ich kann mir mein Timing zurechtlegen.

Vier Etagen tiefer ist Randall Vargas aus Costa Rica mit einem Kamerateam des TV-Senders Repretel auf Bilderfang. Dieser Test ist sehr wichtig für uns. Wir können uns so schon unsere Positionen für das Spiel am Freitag suchen, sagt Vargas. Auf dem Rasen werden die Nationalhymnen vom Band eingespielt, die Nachwuchskicker lauschen andächtig. Dass so etwas organisiert wird, ist typisch deutsch. Alles perfekt, lobt Vargas.

Sogar fiktive Aufstellungen werden verlesen. Die deutsche Startelf überrascht mit vier Stürmern, darunter auch der eigentlich gesperrte Mike Hanke. 50 Fans sorgen auf den ansonsten gähnend leeren Rängen der Riesen-Arena für Stimmung, beide Jugendmannschaften durften nur Verwandte mitbringen. Ein tolles Erlebnis für die Jungs. Schon seit Wochen gab es für sie nur dieses Thema, alles andere war Nebensache, sagt der Günzer Trainer Wolfgang Dechant.

Kurz vor der Pause fällt das Tor des Tages. Die von den Großaitingern dargestellte Abwehr Costa Ricas ist unaufmerksam, prompt zappelt der Ball im Netz. Stadionsprecher Andreas Wenzel ruft Michael Ballack als Torschützen aus, der fiktive Spielberichtsbogen nennt später Miroslav Klose. Tatsächlich aber hat der zwölf Jahre alte Buchta das erste WM-Tor für Deutschland erzielt.


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