London/Hamburg - Ende der Siegesserie für den FC Chelsea, Rückschlag für Jens Lehmann mit dem FC Arsenal im Kampf um einen Platz in der Champions League: Englands Fußball-Spitzenclubs haben sich in der Premier League überraschende Ausrutscher geleistet.
Deutschlands Nationaltorwart Lehmann unterlag mit den Gunners 0:1 (0:1) beim FC Everton und muss mehr denn je um den als Minimalziel ausgegebenen vierten Tabellenrang bangen. Wir haben ein Auswärts-Problem. Wir verlieren immer 0:1. Wollen wir Vierter werden, müssen wir das ändern, sagte der frustrierte Arsenal-Trainer Arsene Wenger.
Als Fünfter liegen die Londoner vier Zähler hinter Lokalrivale Tottenham Hotspur (0:0 gegen Aston Villa) auf Rang fünf und haben vor der Saison nicht für möglich gehaltene 25 Zähler Rückstand auf Chelsea. Und dabei konnte auch der Konkurrent aus dem Westen Londons nach zehn Liga-Siegen in Serie gegen Charlton Athletic überraschend nicht gewinnen. Der Meister kam nur zu einem 1:1 (1:0).
Eidur Gudjohnsen (19. Minute) brachte die Elf von Trainer José Mourinho im Londoner Derby in Führung, doch Marcus Bent sorgte bei seinem Debüt für Charlton mit seinem Ausgleichstor (59.) für die ersten Punktverluste der Blues in dieser Saison an der heimischen Stamford Brigde. Der deutsche Nationalspieler Robert Huth stand nicht im Chelsea-Aufgebot, sein Verteidiger-Kollege Ricardo Carvalho sah nach wiederholtem Foulspiel die Gelb Rote-Karte (81.).
Trotz des Punktverlustes hat Chelsea weiter einen komfortablen Vorsprung. Manchester United kam mit einem 1:0 (1:0) im Verfolger- Duell gegen den FC Liverpool vor 67 874 Zuschauer im ausverkauften Old Trafford zwar zu einem Prestige-Erfolg, liegt aber mit 14 Zählern weiter abgeschlagen auf dem zweiten Platz. National- Verteidiger Rio Ferdinand sicherte mit einem Kopfball-Tor in der 90. Minute den Sieg gegen den auf Rang drei liegenden Rekord-Champion, der allerdings noch zwei Spiele mehr auszutragen hat und daher noch an Manchester vorbeiziehen könnte.
Zu den Zuschauern des Duells zählte auch Nationaltrainer Sven- Göran Eriksson, der in England derweil fünf Monate vor WM-Beginn weiter unter großem Druck steht. Eine Woche nach den ersten Enthüllungen über vom Schweden angeblich ausgeplauderte Interna gegenüber einem als arabischen Scheich getarnten Journalisten veröffentlichte die Boulevard-Zeitung News of the World weitere Indiskretionen.
So soll Eriksson Schmiergeldzahlungen der Vereine an Liga-Trainer bei Spieler-Transfers als gängige Praxis bezeichnet haben. Ja, natürlich stecken sie sich Geld in ihre Taschen, wird Eriksson zitiert. Der englische Verband (FA) bittet am 23. Januar seinen Nationaltrainer zum Rapport. Dessen Berater Athole Still dementierte die Äußerungen.
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