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Grönemeyer & Co. gewinnen gegen England | 2006-05-04


London - Es geht also doch noch: Fußball-Deutschland kann gegen einen großen Gegner gewinnen. Was die Nationalmannschaft bei der WM in wenigen Wochen erst wieder beweisen muss, hat eine Prominenten-Elf vorgemacht.

Im Stadion des englischen Erstligisten FC Reading schickte das Team unter Spielertrainer Lothar Matthäus England mit 4:2 (2:0) vom Platz. Prominentester fußballerischer Neuzugang war Herbert Grönemeyer, der gleich auch noch seinem Sohn zum Debüt im Nationaltrikot verhalf.

Dabei war die Ausgangslage bei dem Wohltätigkeitsspiel - die Einnahmen gehen ans Rote Kreuz und die Krebsstiftung in Erinnerung an den früheren englischen Kapitän Bobby Moore - vielleicht noch um einiges schwieriger als bei der WM. Ohne Heimvorteil vor 25 000 englischen Fans, geplagt von Verletzungen und dazu noch einige Absagen wie die von Boris Becker, der sich in letzter Minute entschuldigen ließ.

Also musste sich Matthäus bei der Aufstellung auf Weltmeister-Kollegen von 1990 wie Bodo Illgner und erfahrene Bundesliga-Kräfte stützen - und auf die Freizeitkicker-Prominenz. Die war unterschiedlich in Form. Schauspieler Peter Lohmeyer (Das Wunder von Bern) spielt jeden Samstag in einem Hamburger Park und war dementsprechend motiviert. Für mich ist das eine Ehre, auf englischem Rasen auflaufen zu dürfen. Dafür hätte ich Flug und Übernachtung auch selbst bezahlt. Dementsprechend fiel dann auch der Jubel nach seinem 1:0 aus.

Bei Grönemeyer - eben 50 geworden - lag das letzte Spiel dagegen schon ein Jahr zurück. Ich gehe ins Fitness-Studio, habe mich mit Lauftraining vorbereitet und etwas Gewicht gelassen. Als Wundermittel bekam er vom Fitness-Trainer eine Dose Tigerbalsam zugesteckt. Zufrieden war er mit seiner Leistung trotzdem nicht. Der Kopf wusste genau, wie es geht. Aber die Beine waren langsamer.

Umso stolzer war Grönemeyer auf seinen 18-jährigen Sohn Felix, der mit der handgemalten Rückennummer 87 kurzfristig als Verstärkung ins Team geholt wurde. Der Mensch-Sänger ist in den kommenden Wochen noch des öfteren in Sachen Fußball aktiv. Im Auftrag der FIFA hat er die WM-Hymne Zeit, dass sich was dreht aufgenommen.

Auch ein anderer Promi-Kicker nutzte den Auftritt für Werbung in eigener Sache. Fernsehkoch Tim Mälzer wird bei der WM als Teamkoch von Trinidad-Tobago in Erscheinung treten. Mit der Zigarette in der Hand verriet er am Spielfeldrand, dass es karibische Landeskost geben wird. Sauerkraut und Würstchen sind für Fußballer tabu.

Wie es in Reading überhaupt ständig um die WM ging. Matthäus, weiter auf Kurs gegen den Bundestrainer, meinte: Deutschland kann nur durch ein Wunder Weltmeister werden. Grönemeyer dagegen findet, dass sich die Mannschaft am Euphoriker Klinsmann ein Beispiel nehmen sollte. Die müssen nicht Weltmeister werden, aber die müssen die erfrischende Seite von Deutschland zeigen.

Mälzer wiederum hat eine beträchtliche Summe darauf gewettet, dass Deutschland den Titel holen wird. Außerdem findet der Fernsehkoch - beim Promi-Kick nicht gerade der Laufstärkste - dass das Klinsmann-Team von der Promi-Elf durchaus lernen kann. Man muss nicht das Feld beackern. Wir haben gezeigt, wie weit man mit Cleverness kommen kann.


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