Frankfurt/Main - Die Roten Teufel sind nach dem 2:2 des 1. FC Kaiserslautern (31 Punkte) im Kellerduell beim fast geretteten Pokalfinalisten Eintracht Frankfurt (35) bereit für den Höllen-Endspurt und heiß auf den designierten Meister.
Warum sollten wir die Bayern nicht schlagen?, fragte Trainer Wolfgang Wolf rhetorisch. Mit einem Erfolg gegen die Bayern vor heimischer Kulisse würden sich die Lauterer alle Chancen auf den Klassenverbleib aufrechterhalten. Dann liefe es wohl auf einen Showdown am letzten Spieltag beim VfL Wolfsburg (33) hinaus: Mittlerweile glaube ich auch, dass wir in Wolfsburg unser persönliches Endspiel kriegen. Es gibt ein Herzschmerzfinale und wir sind mittendrin.
Zehn Jahre nach den bitteren Tränen von Andreas Brehme beim bis dato einzigen Abstieg der Lauterer wollen die Pfälzer das phasenweise schon für unmöglich Gehaltene doch noch schaffen. Dieser Punkt kann vielleicht Gold wert sein, befand der routinierte Ingo Hertzsch.
Welche Belastungsprobe auf die Pfälzer, die vor zwei Jahren ebenfalls erst am letzten Spieltag die Rettung bejubeln konnten, während Eintracht Frankfurt im Fernduell den Kürzeren gezogen hatte, nun zukommt, weiß der Ex-Nationalspieler nur zu genau: Man wird sehen, ob wir dann die Nerven haben, aber vielleicht können wir uns ja schon gegen die Bayern einen Vorteil rausspielen. Denn sollten die Lauterer auf dem Betzenberg gewinnen und Wolfsburg gleichzeitig beim VfB Stuttgart verlieren, würde der FCK zum ersten Mal seit dem 24. Spieltag wieder die Abstiegsränge verlassen. Und dann käme es, wie auch Torwart Florian Fromlowitz vermutet, zum Endspiel in Wolfsburg.
Allerdings würden sämtliche Träume vom weiterhin erstklassigen Fußball in der kleinsten deuschen WM-Stadt bei einer Niederlage gegen die Bayern und Siegen von Wolfsburg und dem ebenfalls noch bedrohten FSV Mainz 05 (34) jäh platzen. Am Samstag kann auch alles schon zu Ende sein, meinte der scheidende Vorstandsvorsitzende René C. Jäggi. Doch bange ist Trainer Wolf auch vor der Zukunft nach einem Abstieg nicht. In Lautern wächst etwas heran, betonte er, nachdem in Frankfurt die Jungspunde Sebastian Reinert und Marcel Ziemer ihre Bundesliga-Torpremieren bejubelt hatten. Ein schönes Gefühl - kaum zu beschreiben, meinte Ziemer, der zuvor lediglich drei Tage mit den Profis trainiert hatte.
Die Frankfurter haben dagegen den Klassenverbleib fast sicher, auch wenn nach dem Spiel und dem späten Ziemer-Treffer erstmal merkwürdige Stille unter den Fans herrschte. Mit einem Sieg wäre die Erstklassigkeit gesichert gewesen. Wir haben aber nach wie vor die beste Ausgangsposition, betonte Trainer Friedhelm Funkel, dessen Mannschaft sich vier Tage nach dem verlorenen DFB-Pokalfinale gegen Bayern erst in der zweiten Halbzeit den Punkt redlich verdiente. Und auch wenn eine Restsorge weiter besteht, bis auch rechnerisch der Wiederabstieg nicht mehr möglich ist, sagte Eintracht-Torschütze und Ex-Lauterer Ioannis Amanatidis: Wenn man Realist ist, werden wir auch in der nächsten Saison mit der Eintracht in der ersten Liga spielen.
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