Hamburg - Beim Hamburger SV ist nach Wochen des Stillstands endlich Bewegung in die Zukunftsplanung gekommen: Khalid Boulahrouz und Guy Demel haben ihre Verträge beim Fußball-Bundesligisten bis zum 30. Juni 2010 verlängert.
Damit sind zwei zentrale Steine im Personal-Puzzle von Sportchef Dietmar Beiersdorfer und Trainer Thomas Doll für die kommenden Jahre gelegt. Das ist ein tolles Zeichen von beiden in der Phase des Aufbruchs, sagte Doll nach der Bekanntgabe der Vertragsunterzeichnungen.
Von der langfristigen Bindung der beiden Defensivspieler erhoffen sich die Hanseaten nicht nur zusätzlichen Auftrieb für das Saisonfinale, sondern Signalwirkung über die laufende Spielzeit hinaus. Wir können im nächsten Jahr Meister werden und in Europa weit kommen, wenn die Mannschaft so zusammen bleibt, sagte Boulahrouz und sprach damit zugleich die prekäre Situation des Tabellenzweiten an: Noch immer ist nicht klar, welches Gesicht das Überraschungsteam der Saison künftig haben wird.
So konnte Beiersdorfer nichts Neues in Sachen Sergej Barbarez und Ailton vermelden. Bei Barbarez, der seit Wochen in Top-Form ist, sieht es weiter nach Abschied aus, nachdem der Bosnier das Angebot zur Verlängerung seines auslaufenden Vertrags schon vor Wochen ausgeschlagen hatte. Über den Verbleib von Ailton soll erst nach der Saison entschieden werden. Zudem ist weiter unsicher, ob der vom FC Bayern umworbene Daniel van Buyten gehalten werden kann. Ich hoffe, dass das für ihn ein Zeichen ist, wenn ich bleibe, sagte Boulahrouz.
Für den HSV ist die Verlängerung mit Boulahrouz und Demel die Bestätigung, auch international eine attraktive Adresse zu sein. Der Niederländer Boulahrouz, der 2004 zum HSV gekommen war und zuletzt sogar mit dem FC Barcelona in Verbindung gebracht wurde, meinte: Ich habe mich in Hamburg immer mehr wohl gefühlt. Wenn ich zum Stadion fahre, ist das wie mein zweites Zuhause. Demel, Nationalspieler der Elfenbeinküste und seit 2005 in Hamburg, hat mit dem HSV noch große Ziele. Nächste Saison wird noch besser, kündigte er an.
Trainer Doll gab sich angesichts der forschen Töne seiner Defensivkünstler zurückhaltend. Ich habe das Ganze wahrgenommen, sagte er, meine Gedanken kreisen aber nur um das Hertha-Spiel. Mit einem Sieg in Berlin wäre dem HSV der zweite Platz und damit die direkte Qualifikation für die Champions League nicht mehr zu nehmen. Das ist unser Ziel, sagte er. Auch wenn Doll keinen Blick in die fernere Zukunft wagte - die Freude über das Signal zur rechten Zeit war ihm dennoch deutlich anzumerken.
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