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Spieler und Politiker gegen Rassismus im Fußball | 2006-05-05


Berlin - Für Ex-Bundesligaprofi Anthony Baffoe ist klar: Bei rassistischen Sprechchören gegen schwarze Fußballspieler sollten die Spieler das Feld verlassen - das hat er seinen weißen Mitspielern in solchen Situationen mehr als einmal gepredigt.

Notfalls könne nur mit dem Abbruch eines Spieles in der Gesellschaft ein Signal gesetzt werden, sagte der früher für Stuttgart, Köln und Düsseldorf tätige Nationalspieler aus Ghana in Berlin. Doch das sahen bei der Konferenz Fußball für alle in der britischen Botschaft nicht alle seine Ex-Kollegen so.

Der frühere Profi Paul Elliott von Celtic Glasgow und Chelsea London widersprach Baffoe. Den Extremisten dürfe damit nicht in die Hände gearbeitet werden. Einig waren sich die Ex-Spieler mit Politikern vom Europaparlament und dem Innenministerium sowie Vertretern des deutschen und englischen Fußballverbandes, dass Rassismus im internationalen Fußball kein Raum gewährt werden darf.

Der britische Botschafter Sir Peter Torry rief gut einen Monat vor der Fußball-Weltmeisterschaft zu einem entschiedenen Kampf gegen Rassismus im Sport auf. Deutschland und England hätten hier mit ihrer großen Fußballtradition gemeinsame Ziele und eine besondere Verpflichtung.

Als Vertreter des Europäischen Fußballverbandes UEFA sagte der Schweizer Patrick Gasser, Rassisten auf den Rängen müsse aktiv, aggressiv und offensiv begegnet werden. Der Sport besitze weltweit Macht. Gasser sagte: Der Fußball ist besonders anfällig für eine Geiselnahme des Spiels durch Extremisten. Der jetzt beschlossene Strafenkatalog des Weltverbandes FIFA müsse bereits bei der WM von den Schiedsrichtern und Organisatoren konsequent durchgesetzt werden.

Der englische Ex-Profi Elliott verlangte ebenfalls eine Null Toleranz-Politik des konsequenten Durchgreifens bereits bei der WM. Affengeräusche von Seiten der Fans und das Werfen von Bananenschalen dürften unter keinen Umständen geduldet werden. Der dunkelhäutige Elliott berichtete von dunklen Zeiten in England in den 70er Jahren, in denen er selbst spielte. Heute habe sich in England viel zum Guten geändert, doch es sei eine lange Reise zum Erfolg von heute gewesen.

Der britische Europa-Abgeordnete Claude Moraes sagte, zur WM werde die ganze Welt auf Deutschland blicken. Dies sei eine große Chance, aber auch eine große Prüfung für das Land und seine Menschen. Als schlimmes Beispiel in Europa nannte Moraes aktuelle Vorkommnisse in Spanien, wo sich zum Beispiel während Spielen in Sevilla und Barcelona die hässliche Seite des spanischen Fußballs gezeigt hat.

Für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) sagte Alfred Sengle, der Verband bekämpfe Rassismus, Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus gleichermaßen. Die WM werde im Zeichen von Gastfreundschaft und Toleranz stehen. Die Ideologie der Ungleichheit bekomme keine Chance.


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