Bielefeld - Der MSV Duisburg ist bei der Trainersuche auf einem guten Weg, doch auch nach dem 2:0-Erfolg bei Arminia Bielefeld wollte Walter Hellmich die Katze nicht aus dem Sack lassen. Nächste Woche präsentieren wir den neuen Trainer, verriet der MSV-Präsident lediglich.
Über den Namen des Neuen, der den sofortigen Wiederaufstieg in Angriff nehmen und die entsprechende Mannschaft zusammenstellen soll, darf weiter gerätselt werden. Hellmich bestätigte bisher nur, dass der in Saarbrücken entlassene Rudi Bommer zum kleinen Kandidatenkreis gehört.
Ins Anforderungsprofil passen würde auch Huub Stevens (Roda Kerkrade). Mit ihm sei er freundschaftlich verbunden, aber die Spur sei nicht so heiß, so der MSV-Boss, dessen Miene sich nach neun sieglosen Spielen etwas aufhellte. Auch wenn der Bundesliga-Abstieg besiegelt ist, hält Hellmich das Erfolgserlebnis in der SchücoArena für motivierend: Wenn man schon absteigt, dann mit Anstand. Wir lassen uns nicht abschlachten. Vielleicht können wir am letzten Spieltag noch den 1. FC Köln überholen. Das wäre ein kleines Trostpflaster und auch für den Neuaufbau wichtig. Ein dickes Lob bekam die Elf um die Torschützen Jung-Hwan Ahn (60.) und Marco Caligiuri (82.) sowie den überragenden Keeper Georg Koch auch von Interimscoach Heiko Scholz: Wenn man mittwochs absteigt und dann am Samstag so eine Leistung bringt - Respekt.
Bei Thomas von Heesen dagegen hinterließ die vierte Schlappe in Folge tiefe Spuren. Arminias Trainer war stocksauer, weil seine Spieler erneut zahlreiche hochkarätige Chancen nicht nutzten. Ob Debütant Tim Danneberg, David Kobylik, Ioannis Masmanidis oder Radomir Dalovic - sie scheiterten an Koch oder den eigenen Nerven. Wir wollten mit unseren Fans einen guten Abschluss feiern. Aber wenn man so viele Chancen auslässt, ist das eine Frage der Qualität, schimpfte von Heesen. Unverblümt forderte er von der Clubführung Verstärkungen, um in der nächsten Saison wettbewerbsfähig zu sein. Ich sehe, was andere Clubs wie Bochum tun. Wir müssen enorm zulegen an Qualität, sonst bekommen wir richtige Probleme. Vor allem vorn drückt der Schuh. Arminia schoss die wenigsten Tore in der Liga.
Doch während die Konkurrenz aufrüstet, hat sich in Bielefeld noch nicht viel getan. Einziger Neuzugang ist bisher Abwehrspieler Markus Bollmann (SC Paderborn). Dagegen stehen viele Abgänge fest: Michael Fink wechselt nach Frankfurt, Detlev Dammeier beendet seine Karriere, Massimilian Porcello (Ziel unbekannt) und Diego Leon (Real Madrid) gehen ebenfalls. Ob Roberto Pinto, Marco Küntzel und Dalovic bleiben, ist ungewiss. Ebenso, was aus Zuma wird. Der Südafrikaner kann für zwei Millionen Euro Ablösesumme vorzeitig aus seinem Vertrag und wurde von seinem Berater bereits auf dem Markt angeboten.
Finanz-Geschäftsführer Roland Kentsch und Manager Reinhard Saftig versuchen zu beruhigen. Vier, fünf Spieler werden kommen. Wir sind in Gesprächen und wollen bald Vollzug melden sagte Kentsch, der über keinen großen finanziellen Spielraum verfügt. Immerhin sollen die Gehaltskosten auf 12 Millionen Euro angehoben werden. Wir gehen weiter unseren Weg, Schritt für Schritt, sagte Kentsch. Auch Saftig mahnt wegen der strukturellen Nachteile zur Bescheidenheit. Trainer müssen fordern. Aber wir müssen das Sportliche und Finanzielle in Einklang bringen.
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