Kaiserslautern - Das unentschiedene Duell zwischen dem Abstiegskandidaten 1. FC Kaiserslautern und dem alten und neuen deutschen Fußball-Meister Bayern München endete zwar mit einem 1:1 (1:0), doch empfanden sich beide Kontrahenten als Sieger.
Die Bayern definitiv, weil sie neben ihrem 20. Titelgewinn als erstes Team das historische Kunststück vollbrachten, ihr Double des Gewinns von Pokalsieg und Meisterschaft in einer Saison zu wiederholen. Die Pfälzer vorläufig, weil sie mit der Punkteteilung den letzten Strohhalm zur Vermeidung des zweiten Abstiegs nach 1996 ergriffen.
So hatten alle 50 754 Zuschauer, der Vereins-Rekordkulisse im ausverkauften Fritz-Walter-Stadion, Grund zur Freude. Mit kollektivem Jubel quittierten die bangenden Pfälzer Fans die Durchsage von der 1:2-Niederlage des VfL Wolfsburg beim VfB Stuttgart. Sie beschert dem FCK letztlich doch noch das erhoffte Abstiegs-Endspiel zum Saisonfinale bei den Niedersachsen. Das hatte uns keiner zugetraut. Aber meine Mannschaft hat bis zur Selbstaufgabe um die Chance eines Endspiels in Wolfsburg gekämpft, sagte FCK-Coach Wolfgang Wolf voller Erleichterung.
Wir sind noch am Leben und können es aus eigener Kraft packen. Ich habe immer gesagt, Pfälzer geben nie auf, meinte Wolf. Neben seinem Pauschallob für die zum dritten Mal nacheinander in gleicher Besetzung zusammengefundene Mannschaft hob der 48-Jährige einen Spieler besonders hervor. Halil Altintop hat uns mit seinen Toren in dieser Saison über Wasser gehalten. Das ist sensationell, sagte Wolf über den türkischen Top-Torjäger, der mit seinem 19. Saisontreffer (25.) einen wiederum wichtigen Beitrag zur näher gerückten Rettung des FCK leistete. Den Ausgleich für den alten und neuen deutschen Meister erzielte Andreas Ottl in der 68. Minute.
Im Abstiegsendspiel kann der FCK eventuell doch auf Sebastian Reinert zurückgreifen. Der Mittelfeldspieler zog sich in der Partie nicht den befürchteten Bänderriss, sondern nur eine schwere Bänderdehnung und einen Kapsel-Einriss zu. Dies ergab eine Kernspin-Tomographie beim 19-Jährigen.
Dass das Bundesliga-Gründungsmitglied Kaiserslautern weiter erstklassig bleibt, davon ist der künftige Schalker nach drei schönen Jahren hier fest überzeugt. Ich bin mir ganz sicher, dass wir den Klassenerhalt schaffen, meinte Altintop, der trotz bereits zur Pause reklamierter Wadenprobleme bis zu seiner Auswechslung durchhielt. Wie Altintop und seine Mitspieler Thomas Ernst, Thomas Riedl, Ferydoon Zandi und Ciriaco Sforza (in Abwesenheit) wurde auch der scheidende Club-Chef René C. Jäggi vom Betzenberg verabschiedet.
Auch der Schweizer Sanierer, der seine vierjährige Tätigkeit bei den Lauterern bei wenig sportlichen Höhen (Pokalfinale 2003) und mehr finanziellen Tiefen (u.a. Stadion-Verkauf) als unvergessliches Erlebnis bezeichnete, glaubt fest daran, dass er der Pfalz nicht mit dem Makel des Abstiegs den Rücken kehren muss. Bei diesem Team, auf das ich stolz bin, ist eine neue Einheit entstanden. Wir haben die ganze Zeit von einem Endspiel gesprochen. Jetzt haben wir es. Ich bin aber sicher, dass die Mannschaft dem Druck in Wolfsburg standhält, sagte Jäggi.
Daran hat ein Augenzeuge der Pfälzer Bravourleistung gegen die Bayern seine Zweifel. Der FCK hat gut ausgesehen gegen die Bayern. Aber an einen Sieg in Wolfsburg kann ich kaum glauben, meinte Weltenbummler Eckard Krautzun, der einst beide Teams trainierte.
Statistik der 1. Bundesliga - 16. SpieltagSchlusslicht Werder II schlägt Leverkusen 3:2Auch in der Niederlage bleiben Fans treuDaums Fenerbahce schlägt Galatasaray mit 4:0Geschäftsführer Rettig verlängert in AugsburgBahn: Anfahrt nach Gelsenkirchen behindertKlose will trotz Adduktorenverletzung spielenRevierderby: Rangnicks Heimdebüt und Neururers SorgenDänischer Zuschauer überfiel Torwart mit TränengasKlose droht für England-Länderspiel auszufallen1946 |
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