Kaiserslautern - Dem viermaligen deutschen Fußball-Meister 1. FC Kaiserslautern droht zum zweiten Mal nach 1996 der Absturz in die Zweitklassigkeit.
Mit einer desolaten und abstiegswürdigen Leistung beim 0:2 (0:2) gegen Hertha BSC erlitt das Gründungsmitglied der Bundesliga bereits die siebte Heimpleite, durch die der weiter auf einem Abstiegsplatz rangierende FCK erneut ein Bewerbungsschreiben für die 2. Liga abgab.
Diese Niederlage tut doppelt weh, wenn man die Ergebnisse der Abstiegskonkurrenten sieht. Die spielen uns in die Karten und wir nutzen das nicht, meinte der betrübte FCK-Coach Wolfgang Wolf nach dem spielerischen Offenbarungseid seines Teams. Ideenlos, hilflos und nahezu widerstandslos fügten sich die von ihren Fans unter den 35 255 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion mit gellenden Pfiffen bedachten Pfälzer in ihr Schicksal. Geradezu leblos präsentieren sich die Lauterer in ihrem Überlebenskampf. Selbst die Betroffenheit über die dürftige Darbietung hielt sich in Grenzen.
Der einzige, der in dieser tristen, von den mit untauglichen Mitteln handelnden Akteuren offenbar noch verkannten Lage Emotionen zeigte, war der Coach. Wir werden den Teufel tun und uns schon aufgeben, meinte Wolf, der den Jetzt-erst-recht-Effekt nach dem 1:5-Debakel von Leverkusen vermisste. Da fehlte die Leidenschaft und der letzte Wille, dagegenzuhalten. Dazu wurden auch noch die wenigen Chancen kläglich vergeben, sagte der 48-Jährige, der den Unterschied herausstrich. Wolf: Berlin hatte die besseren Einzelspieler.
Resignation ist für Wolf ein Fremdwort. Seine Durchhalteparolen: Es sind noch fünf ganz wichtige Spiele, in denen wir es noch packen können. Dazu müssen wir uns aber zusammenraufen und alles versuchen. Das nächste Endspiel gegen den Abstieg führt die Lauterer am Ostersonntag zu Wolfs früherem Arbeitgeber 1. FC Nürnberg, der nach der Niederlage in Stuttgart auch noch nicht über den Berg ist.
Während die Pfälzer am Tabellenende herumdümpeln, befindet sich Hertha BSC nach überstandener Krise wieder auf der Höhe und dank der Tore von Marko Pantelic (14.) und Gilberto (26.) auf direktem UEFA- Cup-Kurs. Es macht wieder Spaß. Jetzt kommen 60 000 gegen Dortmund ins Olympiastadion, meinte Manager Dieter Hoeneß. 13 Punkte aus den letzten fünf Spielen ohne Niederlage haben den Hauptstadt-Club auf dem 5. Tabellenplatz installiert. Diese drei Punkte waren sehr wichtig im Rennen um Platz fünf meinte Trainer Falko Götz, der nur die mangelnde Chancenverwertung kritisierte.
Die Berliner Siegesstimmung trübte nur der unrühmliche Abgang von Marcelinho. Der allürenhafte Brasilianer riss sich bei seiner Auswechslung (66.) noch auf dem Platz das Trikot vom Leib und machte abfällige Gesten Richtung Trainerbank. Welcher Brasilianer wird schon gern ausgewechselt, machte Götz zunächst gute Miene, um dann ernsthafte Töne anzuschlagen: Er muss begreifen, dass es nicht um ihn, sondern um die Hertha geht. Damit hat er sich keinen Gefallen getan. Für Hoeneß ist es ein Fall für die Mannschaftskasse.
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