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Bayern bejubeln 20. Titel - Happy Auer in Mainz | 2006-05-07


Düsseldorf - Sie tanzten und feixten ausgelassen wie Kinder über den Rasen. Für die Stars des FC Bayern München war der Gewinn des 20. deutschen Meistertitels und des sechsten Doubles am vorletzten Spieltag der Fußball-Bundesliga kein Routine-Triumph.

Jetzt ist die Sache entschieden und wir werden richtig auf den Putz hauen, kündigte der sonst eher nüchterne Bayern-Coach Felix Magath nach dem 1:1 beim 1. FC Kaiserslautern an. Und wenig später ging auf dem Rheindampfer Amsterdam die Party mit Champagner, Weißbier und Zigarren richtig los. Wir feiern jetzt eine Woche, so etwas erhöht die Lebensqualität, frohlockte Uli Hoeneß.

Der Manager der Münchner dachte aber auch in der Stunde des Erfolges an die Zukunft und wie er den FC Bayern in Europa weiter voranbringen kann. Wir haben eine junge Mannschaft, die gilt es zu entwickeln, sagte Hoeneß, der dem scheidenden Michael Ballack am Ende kein überschwängliches Zeugnis ausstellte: Er hat viele Tore geschossen, aber dem Spiel nicht so seinen Stempel aufgedrückt. Viele Treffer soll in der kommenden Saison Nationalstürmer Lukas Podolski (Mit seinem Management sind wir uns so gut wie einig) an der Isar schießen. Mit einer Taktik der Zurückhaltung will Hoeneß einen neuen Vorstoß auf den großen Coup in der Champions League unternehmen: Wir werden nächstes Jahr den Druck von der Mannschaft total wegnehmen. Wir wollen die Vorrunde überstehen.

Als Sieger im Duell mit dem neuen Meister empfand sich auch der 1. FC Kaiserslautern, der durch den Punktgewinn im Saisonfinale den Klassenverbleib aus eigener Kraft schaffen kann. Das hat uns keiner zugetraut, freute sich FC-Trainer Wolfgang Wolf. Gegner im Nervenduell um die Liga-Existenz ist der VfL Wolfsburg, der mit dem 1:2 beim VfB Stuttgart in ärgste Abstiegsnot geraten ist. Jetzt müssen wir uns auf das Endspiel vorbereiten, das wir uns redlich verdient haben, schimpfte Wölfe-Chefcoach Klaus Augenthaler.

Aus dem Schneider sind im Abstiegskampf der FSV Mainz 05 und Eintracht Frankfurt. Dank einer Happy Auer (Bild-Zeitung) setzten sich die Mainzer gegen Schalke 04 durch: Das Tor des Tages erzielte Benjamin Auer. Die Bayern freuen sich über die Meisterschaft, doch mehr als wir uns freuen geht nicht, jubilierte 05-Trainer Jürgen Klopp. Für das Happy End der Hessen sorgte bei Borussia Dortmund (1:1) der Südkoreaner Du-Ri Cha mit seinem Bilderbuchtor. Wir freuen uns, dass wir am letzten Spieltag nicht mehr den Nervenkitzel haben, sagte Eintracht-Coach Friedhelm Funkel erleichtert.

Richtig spannend wird es noch einmal im Schlagerspiel zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV um Platz zwei, das den direkten Einzug in die Champions League und rund zwölf Millionen Euro sichert. Während der HSV bei Hertha BSC 2:4 patzte, zelebrierte Bremen gegen Absteiger 1. FC Köln ein 6:0-Torfestival. Uns jodelt jetzt keiner mehr ein, dass wir um die Meisterschaft spielen, sagte HSV-Trainer Thomas Doll. Während seinem Team die Luft auf der Zielgeraden ausgeht, gaben die Bremer eine Gala. Die haben so viele Punkte Vorsprung gehabt, die sind jetzt alle weg, da geht nicht mehr viel, hofft Bremens Torsten Frings.

Das Comeback auf die internationale Bühne schaffte Bayer 04 Leverkusen so gut wie sicher. Nach dem 2:2 gegen den 1. FC Nürnberg ist der UEFA-Cup-Einzug sogar mit einer Niederlage bei Hannover 96 nicht gefährdet. Wir haben drei Punkte und zehn Tore Vorsprung auf den Tabellensechsten Hertha BSC. Dies ist die beste Voraussetzung für ein tolle Party, sagte Bayer-Coach Michael Skibbe. Dagegen könnte das 2:2 von Borussia Mönchengladbach gegen Hannover den Abgesang für den niederrheinischen Trainer Horst Köppel forcieren. Ich rede nicht von Aufhören, ich rede vom Weitermachen, sagte Köppel trotzig. Borussia-Sportdirektor Peter Pander hielt sich bedeckt: Wir brauchen diese Diskussion nicht weiterführen.

Einen Achtungserfolg verbuchte zum Abschied aus Liga eins der MSV Duisburg mit einem 2:0 bei Arminia Bielefeld. Keinen Zweifel ließ MSV-Präsident Walter Hellmich daran, gleich wieder aufsteigen zu wollen und dafür schnell einen geeigneten Macher vorzustellen: Nächste Woche präsentieren wir den neuen Trainer.


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